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Von Grindhouse bis Arthouse...
Besprechungen übersehener, unterbewerteter oder obskurer Werke der Filmgeschichte!

Donnerstag, 30. August 2012

Bei Kontostand Mord!

Per Saldo Mord (The Swiss Conspiracy)
USA/BRD 1976
R.: Jack Arnold


Worum geht's?: Das Schweizer Bankhaus Hurtil und dessen fragwürdige Kunden werden von rücksichtslosen Erpressern bedroht.
Diese drohen alle Einzelheiten zu vertraulichen oder geheimen Nummernkonti freizulegen, sollte man nicht ihren Forderungen nachgeben.
Besorgt um den guten Ruf seiner Bank und das Leben seiner Kundschaft ruft der alte Hurtil (Ray Milland) den Amerikaner David Christopher (David Janssen) zur Hilfe.
Christopher hat mal für die amerikanische Justizbehörde gearbeitet und trifft prompt bei seinem ersten Besuch in der Schweiz auf seinen suspekten Landsmann Hayes (John Saxon), der ebenfalls als Kunde Hurtils bedroht wird und mit Christopher noch eine alte Rechnung zu begleichen hat.
Doch nicht nur Hayes will seinen Kopf, auch zwei Killer (Arthur Brauss und David Hess) sind bereits auf ihn angesetzt worden und legen kurzerhand die Leiche Hayes in den Kofferraum eines angeblich von Christopher zuvor gemieteten Wagens.
Nur gut, das es auch so attraktive Erpressungsopfer wie Denise Abbott (Senta Berger) gibt, welche anscheinend leichter zu verführen als zu durchschauen sind.
Doch welches Spiel treibt Hurtils rechte Hand Franz Benninger (Anton Diffring) und dessen Bekanntschaft Rita Jensen (Elke Sommer)?
Als Christopher die wahnwitzige Verschwörung durchschaut, muss er erkennen, dass der Winter in der Schweiz mitunter eben so kalt ist, wie das Herz mancher Menschen...


Wie fand ich's?: Saxon, Berger, Diffring, Hess, Sommer, Brauss, Milland, Janssen. Allein die Besetzung dieses Films liest sich wie ein Who-is-Who des Genrefilms der 50er, 60er und 70er Jahre...
Hauptdarsteller David Janssen hatte Mitte der 60er immense Popularität durch seine Darstellung des gejagten Dr. Kimble in der auch in Deutschland sehr erfolgreichen US-Serie The Fugitive (USA 1963-1967 dt.: Auf der Flucht) erlangt.
Denkt man jedoch heute an Jack Arnold, den Regisseur des Films, so denkt man heute eher an Sci-Fi-Klassiker der 50er Jahre wie It Came from Outer Space (USA 1953 dt.: Gefahr aus dem Weltall), Tarantula (USA 1955) oder The Incredible Shrinking Man (USA 1957 dt.: Die unglaubliche Geschichte des Mr. C) und nur wenige kennen oder erinnern sich an Filme wie die sehr britische Kriegsfilm-Komödie The Mouse That Roared (UK 1959 dt.: Die Maus die brüllte), den harten Western Boss Nigger (USA 1975) mit Fred "Hammer" Williamson oder den hier besprochenen Actionthriller The Swiss Conspiracy.
Einige werden sich an schöne Filmabende in den 80ern erinnern können, an denen einer von Arnolds Streifen im dritten Programm des deutschen Fernsehens gezeigt wurde, gefolgt von einer Folge Jack Arnold erzählt (BRD 1983 R.: Roland Johannes/Jürgen Zimmermann). Ach, schön war das...
Nun, Senta Berger ist auch schön anzusehen in The Swiss Conspiracy; - ebenso schön ist die, zusätzlich mit einem sehr gelungenen "Roten Hering" versehene, Story um einen ebenso simplen wie genialen Erpressungsversuch und die handwerklich mehr als solide zu bezeichnende Inszenierung des Drehbuchs, bei der besonders die gelungen gefilmten Actionszenen und ein sehr rasantes Rennen auf verschneiten Passstraßen hervorzuheben sind.
Ein Wiedersehen mit dem leider vor Kurzem verstorbenen David Hess (*1936; †2011) tut besonders gut, auch wenn, der durch seine Rolle als Krug Stillo in Wes Cravens The Last House on the Left (USA 1972 dt.: Mondo Brutale) legendär gewordene, Hess hier leider keine Sprechrolle bekam, aber immerhin auf den Protagonisten ballern durfte.


Fazit: Per Saldo Mord hat einiges Gutes auf der hohen Kante und ist endlich eine vernünftige Veröffentlichung wert!

Punktewertung: 7,75 von 10 Punkten

The Swiss Conspiracy (1976) on IMDb

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