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Besprechungen übersehener, unterbewerteter oder obskurer Werke der Filmgeschichte!

Dienstag, 18. September 2012

Kaltes Huhn? Warum nicht...

Poultrygeist: Night of the Chicken Dead
USA 2006
R.: Lloyd Kaufman


Worum geht's?: Auf dem früheren Friedhofsgelände des Tromahawkstamms steht nun eine Filiale der Fast-Food-Kette American Chicken Bunker, vor dessen geschlossenen Türen schon vor der offiziellen Neueröffnung sich einige Demonstranten die Füße platt stehen.
Im Inneren der Hühnerbraterei hat soeben der junge Arbie (Jason Yachanin) einen Job als Thekenbedienung ergattert, um es seiner Exfreundin Wendy (Kate Graham) zu zeigen, welche nun Seite an Seite mit ihrer neuen Freundin und deren militante Lesbenbewegung C.L.A.M draußen lautstark mitdemonstriert.
Doch kaum sind die Fritteusen auf Betriebstemperatur gebracht, beginnen sondebare Eier, angefüllt mit grünem Schleim, die Kunden zu vergiften und in gefährliche Hühnerzombies zu verwandeln.
So nehmen Arbie und Kollegen den Kampf gegen die untoten Federviecher auf und rammen auch schon mal Besenstiele in Därme um das Böse aufzuhalten.


Wie fand ich's?: Dass es eine dumme Idee ist, auf einem Indianerfriedhof einen Neubau zu errichten, wissen wir spätestens seit Stephen Spielbergs, tschuldigung, Tobe Hoopers Meisterwerk Poltergeist (USA 1982), bei dem sich Tromachef Lloyd Kaufman auch mal kurz beim Titel bedient hat.
Hier enden aber auch bereits die Ähnlichkeiten beider Filme und stat einem stringenten Horrorfilm bekommt man bei Poultrygeist einen krassen Mix aus Splatter, Komödie, Coming-of-Age-Drama, Konsumkritik, Erotikfilm und Musical geliefert.
Musical? Ja, gesungen und getanzt wird hier auch noch, gleich mehrfach, und wer glaubt, dass man das alles kaum unter einen Hut bekommt, sieht sich getäuscht.
Lloyd Kaufman, Mitbegründer der US-Trashschmiede #1 namens Troma, gab bereits 1984 mit seinem Kultwerk The Toxic Avenger (USA dt.: Atomic Hero) die grobe Marschrichtung vor, und mit Poultrygeist wird diese auch nach mehr als 20 Jahren noch stringent weiterverfolgt.
So ist auch Poultrygeist ein infantiler Spaß, welcher seine Gags besonders aus seiner political incorrectness (Witze über Homosexuelle, Moslems, Juden und Christen, über Billiglöhner und Fettsüchtige sind halt nicht jedermanns Sache...) und zahlreichen Geschmacklosigkeiten (wobei man auch vor extremen Fäkalhumor nicht halt macht) generiert.
Ob einem diese Form von Humor gefällt, bleibt am Ende natürlich jedem selbst überlassen und nichts ist mitunter so individuell wie das eigene Spaßzentrum.
Kaufman legt bei seinen Büchern wenig Wert auf Subtilität und arbeitet im übertragenen Sinn eher mit Brechstange und Schrotflinte - doch wie bei einer Ladung Schrot üblich: eine Kugel trifft meist immer doch das Ziel...
Handwerklich ist der Film, wie auch praktisch alle anderen Troma Produktionen, als recht solide zu bezeichnen, wenn man auch das geringe Budget an jeder Ecke deutlich durchscheinen lässt.
Troma hat halt schon immer seinen ganz eigenen Charme gehabt - also ich hab' sehr gelacht...


Fazit: Witzischkeit kennt keine Grenzen - und bei Troma schon mal gar nicht! Wer andere Werke der bekloppten Amis mag und kennt, macht auch hier nix verkehrt.

Punktewertung: 7,25 von 10 Punkten

Poultrygeist: Night of the Chicken Dead (2006) on IMDb

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