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Von Grindhouse bis Arthouse...
Besprechungen übersehener, unterbewerteter oder obskurer Werke der Filmgeschichte!

Dienstag, 8. Mai 2012

Neuseelands (un-)vergessene Nationalhelden

Kein Oscar für Mr. McKenzie (Forgotten Silver)
NZ 1995
R.: Peter Jackson / Costa Botes

Worum geht's?: Es sorgte für einigen Wirbel im sonst so beschaulichem Neuseeland; der allseitsbekannte Regisseur Peter Jackson grub aus einer alten Kiste aus dem Nachlass eines Bekannten, Zeugnisse für dessen frühes Filmgenie aus.
Der zuvor fast vollkommen übersehene Colin McKenzie hatte sich selbst aus einem alten Fahrrad und einem Holzkasten eine funktionierende, mobile Kamera gebastelt und bereits kurz nach 1900 damit begonnen die meisten Erfindungen der Filmwelt vorweg zu nehmen.
Das Leben des vergessenen Filmpionier endete tragisch - doch sein Erfindungsreichtum und seine Kreativität war einzigartig.
So erfand der geniale Herr nicht nur als Erster sowohl Ton- wie auch Farbfilm, die Nahaufnahme und den Dolly; nein, auch solche Erfindungen wie die "versteckten Kamera"-Sketche wurden zuerst am anderen Ende der Welt gemacht!
Oder etwa doch nicht?

Wie fand ich's?: Es gab eine Zeit, da war Peter Jackson (*1961) klein, dick, zottelig und nur einer bestimmten Schar von Splatter-Filmfreaks bekannt. Und vorallem: sein Kontostand hatte noch lange nicht so viele Stellen!
Das war natürlich, bevor der Sympath aus dem gern übersehenen Inselstaat auf der anderen Seite des Globus mit der "Lord Of The Rings"-Trilogie ganz nach oben auf die Liste der Schwerverdiener im Moviebusiness kletterte.
Begonnen hatte für Jackson praktisch alles mit der, in jeder möglichen Minute, mit jeder entbehrlichen Mark, an vielen Wochenenden heruntergekurbelten Low-Budget-Sci-Fi-Splatter-Komödie Bad Taste (1987).
Es folgten die zynische Muppets-Parodie Meet The Feebles (1989) und der allerorts als die beste Independent-Splatterkomödie seit Evil Dead  frenetisch gefeierte Braindead.
Mit dem sensiblen Coming-Off-Age-Drama Heavenly Creatures (1994) sollte sich dann auch noch der Erfolg bei der seriösen Filmkritik und dem Feulliton einfinden.
Nun war der Weg frei in Richtung Hollywood; doch bevor Jackson mit The Frighteners 1996 seinen ersten Film für die amerikanischen Universal Pictures realisieren sollte, wollte er mit seinem Freund und Weggefährten Costa Botes noch eine witzige Idee für's neuseeländische Fernsehen realisieren.
Der Begriff der Mockumentary war 1995 schon längst als festes Genre etabliert. Woody Allens Zelig oder die Musikfilmparodie This Is Spinal Tap von Rob Reiner und Christopher Guest waren große Erfolge sowohl bei Kritik wie Publikum und hatten dem Zuschauer bewiesen, dass fiktionale Biographien durchaus ihren Unterhaltungswert haben können.
Forgotten Silver hingegen sollte sein (Fernseh-)Publikum unvorbereitet treffen. Viele Zuschauer hielten das vergessene Genie Colin McKenzie für zu wichtig und auf globaler Ebene bemerkenswert, als das es hätte lediglich gut erfunden sein könnte.
Es hagelte Hassbriefe an die Medien und das Kreativduo Jakson/Botes fühlte sich wahrscheinlich gerade deswegen ziemlich gebauchpinselt...

Fazit: Erfindet das Genre nun wirklich nicht neu - macht aber Spass (besonders wenn man sich für die Anfänge der Filmgeschichte interessiert)!

Punktewertung: 7 von 10 Punkte

Forgotten Silver (1995) on IMDb

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