Egal ob Exploitation, Gialli, Horror oder Sci-Fi...
Von Grindhouse bis Arthouse...
Besprechungen übersehener, unterbewerteter oder obskurer Werke der Filmgeschichte!

Posts mit dem Label 50er Jahre werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 50er Jahre werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 6. Mai 2016

Schneller Kies und harte Kerle

Hell Drivers (Duell am Steuer)
GB 1957
R.: Cy Enfield

Worum geht's?: Frisch aus dem Knast entlassen, heuert der sanftmütige Tom (Stanley Baker) bei dem zwielichtigen Cartley (William Hartnell) an. Dieser führt ein florierendes Transportunternehmen, welches täglich möglichst viele Wagenladungen Kies aus einem nahe gelegenen Steinbruch ankarren lässt und seine Mitarbeiter dabei zu einem mörderischen Tempo zwingt - wer seine Quote nicht erfüllt wird kompromisslos gefeuert.
Seit Langem hält der stets gewaltbereite Red den Rekord von 18 Ladungen am Tag und stellt als ungekrönter König der britischen Landstraße ein massivgoldenes Zigarettenetui demjenigen in Aussicht, der es schafft, seine persönliche Höchstleistung zu überbieten.
Tom, der der Welt und seiner Familie noch etwas zu beweisen zu haben glaubt und dem die aggressive Art Reds und seiner Kumpane eh nicht liegt, schließt Freundschaft mit Gino (Herbert Lom), dem gefühlvollen "Spaghetti", der in Cartleys hübsche Sekretärin Lucy (Peggy Cummings) verliebt ist, und entsinnt mit seinem neuen Kumpan eine Reihe von Tricks und Kniffen, dem brutalen Schläger den Rang abzulaufen.
So entbrennt ein tödliches Rennen in arg beanspruchten Kipplastern, bei dem einer am Ende auf der Strecke bleiben muss.

***



Wie fand ich's?: Das Erste, was Hell Drivers bereits bei nur oberflächlicher Betrachtung aus der Menge der britischen Actionfilme seiner Zeit heraushebt, ist der wahrlich unglaubliche Cast, der mehr als ein halbes Dutzend Stars zu einem Zeitpunkt auffährt, als diese noch gar keine Sterne waren.
Herbert Lom, Peter Sellers Nemesis aus der Pink-Panther-Reihe (USA ab 1963), Sid James, der Star aus den Klamauk-Kultfilmen der Carry-on-Serie (GB 1958-1978 sowie 1992), William Hartnell, der allererste Doctor aus der BBC-Kultfernsehserie Doctor Who (GB ab 1963), David McCullum, der spätere Illya Kuryakin in 105 Episoden von The Man from U.N.C.L.E. (USA 1964-1968 dt.: Solo für O.N.C.E.L.), Patrick McGoohan, die ewige Nr. 6 im Kampf gegen Nr. 2 in The Prisoner (GB 1967-1968), Gordon Jackson, der Chef aus The Professionals (GB 1977-1981 dt.: Die Profis) sowie Jill Ireland, die einzige Frau, die Spock je liebte und ein junger Schotte namens Sean Connery ist auch noch dabei!
Mit solchen (zum Zeitpunkt der Produktion wohl kaum vorhersehbaren) großen Namen im Cast hat man bei den meisten Cineasten bereits die halbe Miete eingefahren, doch gehört zu einem guten Film halt auch immer eine gute Story - Inhalt ist eben immer genauso nötig wie die reinen Schauwerte!
Dass er kein Vorläufer eines Michael Bay war, zeigte Cyril Raker Endfield (* 1914; † 1995) wohl am eindrucksvollsten in seinem, in Südafrika spielenden, Kriegsepos Zulu (UK 1964), in dem ein ebenfalls erst gerade zum Star werdender Michael Caine mit seinen Mitstreitern einer Überzahl an afrikanischen Zulukriegern gegenübersteht - an seiner Seite und in der Hauptrolle: Stanley Baker.
Baker (* 1928; † 1976), der mit nur 49 Jahren viel zu jung an den Folgen einer Lungenkrebsoperation verstarb, war in den 50ern zu so etwas wie einem vielseitigen Actionstar geworden, der sich sowohl in den damals noch sehr populären Sandalen- wie auch in Kriegs- und Mantel-und-Degen-Filmen umtat und 1956 bereits in Child in the House (UK 1956 dt.: Ein Kind kommt ins Haus) für Cy Endfield vor der Kamera stand.
In Duell am Steuer sollte er nun mit einer ganzen Schar von zukünftigen Filmstars, die seine Popularität alle später in den Schatten stellen sollten, um die Wette rasen, wenngleich man heute eine Höchstgeschwindigkeit von 50 mph (ca. 80 km/h) als eher belächelnswert ansehen könnte.
Durch die gekonnte Inszenierung, den Schnitt und die stets tollen Darsteller, bekommen die beschleunigt abgespielten Rennszenen jedoch eine mitreißende Dramatik, die keinen Zuschauer kaltlassen sollte.
Inhaltlich tun sich klare Vergleichspunkte mit Henri-Georges Clouzots ebenfalls fabelhaften Le salaire de la peur (F/I 1953 dt.: Lohn der Angst) auf, bzw. mit dessen direktem Remake Sorcerer (USA 1977 dt.: Atemlos vor Angst) von Meisterregisseur William Friedkin auf. In allen drei Filmen jagen Lkw-Fahrer mit gefährlichen Frachten durch schwer befahrbares Terrain (ich denke, man kann regennasse, britische Landstraßen in der Mitte der 50er Jahre durchaus so betiteln), in allen drei Filmen spielt die Freundschaft und Konkurrenz der Fahrer, die allesamt Outcasts sind, eine bedeutende Rolle.
Hell Drivers verbindet gekonnt die graue Realität des so eben in England aufkommenden kitchen sink dramas mit spannungsgeladener Action und kredenzt dem Zuschauer dazu noch eine interessante Ménage-à-trois, die der Story zusätzliche Schärfe gibt.
Also drauf auf den Beifahrersitz und anschnallen - Cy Endfield und sein Staraufgebot geben Vollgas!

***

Fazit: Ebenso rasant wie dramatisch und kann er auch an Sorcerer und La salaire de la peur sicher nicht anstinken, klebt er doch praktisch direkt an deren Stoßstange!








Punktewertung: 8,75 von 10 Punkten

Freitag, 26. Dezember 2014

The Twilight Blog #12 - Was man so braucht...

The Twilight Zone - Staffel 1, Episode 12
What You Need (dt.: Der Hausierer)
B.: Rod Serling nach einer Geschichte von Lewis Padgett
R.: Alvin Ganzer
US-Erstausstrahlung: 25. Dezember 1959 (BRD: ?)


Die Story: Der freundliche Straßenhändler Pedott (Ernest Truex) zieht unglücklicherweise das Interesse des Kleinkriminellen Renard (Steve Cochran) in einer Bar auf sich, als der abgebrannte Renard verblüfft erkennt, dass der Hausierer die Bedürfnisse anderer Leute vorhersieht, noch bevor diese ihrer selbst gewahr werden. Schon bald bahnt sich eine tödliche Situation zwischen den beiden, ungleichen Männern an.


Das Zwielicht durchbrochen: Bei dieser Episode verschmilzt eine überdurchschnittlich gute Story (aus der Feder des Ehepaars Kuttner und Moore unter ihrem gemeinsamen Pseudonym Lewis Padgett) mit einer überdurchschnittlichen schauspielerischen Gesamtleistung, was diese Episode insgesamt aus dem Gros der Folgen heraushebt.
Ist es in der Kurzgeschichte noch eine Maschine, welche die Bedürfnisse der Leute erkennt, so scheint auch hier Serlings Liebe für die kleinen Leute durch, und wie in One for the Angels (S.1/E.2) steht ein grundsympathischer Hausierer im Mittelpunkt der Story, der hier zwar nicht vom Deiwel in Person bedrängt wird, aber es immerhin mit einem wahrlich bedrohlich aufspielenden Steve Cochran zu tun bekommt.
Cochran (*1917; †1965) war Zeit seiner Karriere so etwas wie der ewige Nebendarsteller, den man besonders als Fan von Western und Gangsterfilmen der 40er und 50er Jahre in zahlreichen Filmen wahrgenommen haben kann, dessen bekannteste Rolle aber die des Big Ed in Raoul Walshs Meisterwerk White Heat (USA 1949 dt.: Maschinenpistolen) war. Cochran verstarb 1965 an einer verschleppten Lungenentzündung auf seiner Jacht vor der Küste Guatemalas, wo seine Leiche in Gesellschaft dreier, weiblicher Assistenten über eine Woche lang dahinsegelte, weil keine der Damen wusste, wie man ein Segelboot navigiert. Manchmal kommt die Realität der Twilight Zone halt erschreckend nahe...


Episodenwertung: ***,75/5

Freitag, 12. September 2014

The Twilight Blog #11 - Wie weggezaubert!

The Twilight Zone - Staffel 1, Episode 11
And When the Sky Was Opened (dt.: Testflug)
B.: Rod Serling, basierend auf einer Kurzgeschichte von Richard Matheson
R.: Douglas Heyes
US-Erstaustrahlung: 11. Dezember 1959 (BRD: 5. Juni 1971 beim BR unter dem Serientitel: Geschichten, die nicht zu erklären sind)


Die Story: Drei US-Testpiloten verschwinden mit ihrer experimentellen Flugmaschine beim Eintritt ins All kurzzeitig vom Radar, bevor sie nach einem Crash in der Mojavewüste zunächst ins Krankenhaus eingeliefert werden. Während Major Gart (Jim Hutton) mit einem Bruch das Bett hüten muss, werden seine Kollegen Forbes (Rod Taylor) und Harrington (Charles Aidman) umgehend entlassen. Als jedoch Harrington in einer Bar, die er zusammen mit Forbes besucht, sich plötzlich unter seltsamen Umständen buchstäblich in Luft auflöst, wird klar, dass man in dieser Welt nicht nur spurlos vom Radar verschwinden kann...


Das Zwielicht durchbrochen: Rod Taylor erreicht seine Final Destination in dieser Episode der Twilight Zone. Taylor (*11.01.1930), der schon mit der Zeitmaschine reiste, sich einer tödlichen Schar Vögel gegenübersah und zuletzt für Tarantino Winston Churchill als unrühmlichen Bastard zum Besten gab, verliert in dieser Episode auf so wundervolle Art die Nerven, dass er die Episode praktisch im Alleingang über die Ziellinie trägt.
Die Story basiert auf einer Kurzgeschichte des schon bald zum festen Schreiberensemble der Twilight Zone gehörenden Richard Matheson (*1926; †2013), der später noch Scripts für solche legendären Episoden wie Nightmare at 20,000 Feet und Steel nachliefern sollte und dessen Romane I Am Legend und The Shrinking Man allein zahlreiche Genreklassiker beeinflussten. Die dieser Folge lose zugrunde liegende Short Story Disappering Act erreicht zwar nicht die Größe dieser Vorlagen, doch ist eine durchschnittliche Geschichte Mathesons oft bei Weitem besser als die vieler seiner Kollegen.
Tatsächlich nahm Serling nur Mathesons Grundidee einer Person, deren Menschen im Umfeld einer nach dem anderen spurlos verschwinden, und ergänzte sie um einen Science-Fiction-Aspekt. Leider wirkt gerade dieses Element heute etwas obsolet, hat doch der bemannte Raumflug längst praktisch jeglichen Schrecken verloren und sind uns allen Bilder und Aufnahmen des Weltalls durchaus geläufig. So nimmt Serlings Adaption von Mathesons Story zwar fast schon die Grundidee des Final Destination Franchise (USA/CAN 2000-2011) vorweg, lässt den Zuschauer jedoch nach dem Ende vielleicht etwas unbefriedigt zurück.
Trotzdem ist And When the Sky Was Opened ein (kleines) Highlight der ersten Staffel und eine (wohl nicht nur) von mir immer wieder gern gesehene Episode.


Episodenbewertung: ****/5

Samstag, 30. August 2014

Der schüchterne Drache

O drakos bzw. Ο Δράκος (Der Unhold von Athen)
GR 1956
R.: Nikos Koundouros


Worum geht's?: Der schüchterne Bankangestellte Thomas (Dinos Iliopoulos) gleicht nach einem Zeitungsfoto dem gesuchten Schwerkriminellen "Der Drache" aufs Haar. Da wundert es weniger, dass er in der Neujahrsnacht in einer Bar auf eine Bande Krimineller trifft, welche ihn auf der Stelle zu ihrem Anführer machen. Zwar gefällt dem zurückhaltenden Thomas der Plan, eine zerlegte Säule aus einem alten Tempel an einen reichen Amerikaner zu verhökern, gar nicht, doch gefällt ihm dafür seine unverhoffte Reputation in der Unterwelt und sein plötzlich gewonnener Schlag bei Frauen. "Besser der Drache als ein Niemand", wird bald zu seinem Credo, welches letztendlich zu seinem Untergang führt.


Wie fand ich's?: Schon wieder eine Groteske!
Fast jeder Film, den ich in letzter Zeit aus Griechenland gesehen habe, enthielt deutlich groteske Elemente, egal ob der von mir wenig geliebte Singapore sling: O anthropos pou agapise ena ptoma (GR 1990 R.: Nikos Nikolaidis), das Meisterwerk Kynodontas (GR 2009 R.: Giorgos Lanthimos dt.: Dogtooth) oder dessen Nachfolger Alpeis (GR/F/CAN/USA 2011 R.: Giorgos Lanthimos dt.: Alpen), alle diese Filme tragen deutlich groteske Züge oder können gleich als Farce betrachtet werden - Filmkritiker erschufen nicht umsonst in den letzten Jahren den Begriff der Greek Weird Wave.
Tatsächlich scheint der hier besprochene O drakos, ein Film, der mir in einer Liste der 10 vermeintlich besten griechischen Kinowerke bis dato auffiel, und der dort als später Versuch eines Film Noir bezeichnet wurde, diesen Trend bereits vor mehr als einem halben Jahrhundert kurz vorweggenommen zu haben.
Fängt die Geschichte um den unscheinbaren Banker noch sehr im Stil eines Film Noir an und erinnert eine Szene, in der Thomas auf einen Bahnhofswächter trifft, gar an das Frühwerk eines Fritz Lang, so begibt man sich spätestens dann in groteske Gefilde, wenn unser Held in einer Bar auf einen überagierenden, Augen rollenden, tanzenden Gangster trifft, der auf die eintretenden Cops reagiert, welche wie eine Mischung aus den Blues Brothers und Schulze und Schulze aus den Tim und Struppi Comics erscheinen. Auch der glorreiche Plan eine Marmorsäule scheibchenweise, heimlich außer Landes zu bringen, unterstreicht den absurden Ton der Geschichte, welche sich dann im überaus gelungenen Finale noch zur Tragödie mausert.
Leider nehmen zu viele Tanz- und Gesangsszenen dauernd das Tempo aus dem Film, sodass er in der Mitte doch teilweise merkliche Längen aufweist und mitunter schlecht gealtert wirkt.
Was bleibt, ist ein sonderbarer, leiser Mix aus Drama, Krimi und Tragikkomödie, der recht eigenständig, wenn auch nicht in Gänze gelungen, daherkommt.


Fazit: Ein interessanter Beitrag zur Schwarzen Serie aus dem Land der Hellenen, der jedoch etwas hinter seinem Ruf zurückbleibt.


Punktewertung: 7 von 10 Punkten

Mittwoch, 20. August 2014

The Twilight Blog #10 - Treffer, versenkt!

The Twilight Zone - Staffel 1, Episode 10
Judgment Night (dt.: Das Geisterschiff)
B.: Rod Serling
R.: John Brahm
US-Erstausstrahlung: 04. Dezember 1959 (BRD: ?)


Die Story: Der Zweite Weltkrieg. Ein britisches Passagierschiff bahnt sich seinen Weg durch die neblige Nacht.
An Bord auch eine nervöse Person (Nehemiah Persoff), der die von deutschen U-Booten verseuchten Gewässer unheimlich bekannt vorkommen - doch dessen Warnungen niemand hören will. Stattdessen wundert sich die Mannschaft, wer dieser verwirrte Mann mit ausländischem Akzent nur ist, und woher er die detaillierte Kenntnisse über die unter dem Wasser lauernde Bedrohung besitzt.


Das Zwielicht durchbrochen: Nach einem kurzen Intermezzo Charles Beaumonts kehrte Rod Serling als Drehbuchautor zurück und jagte eine Geschichte von Schuld, Vergeltung und Kriegsverbrechen durch die heimischen Kathodenstrahlröhren.
Judgment Night sollte als erste Episode ein Setting zu Kriegszeiten aufweisen, und es sollte nur neun Folgen dauern bis The Purple Testament (ebenfalls von Serling) uns erneut die Schrecken des Krieges vor Augen hielt.
Regie führte hier erstmals der deutschstämmige John Brahm (die bereits zuvor ausgestrahlte Kultepisode Time Enough at Last wurde etwas später produziert) und die Hauptrolle übernahm der in Jerusalem geborene Nehemiah Persoff, ein bis zur Jahrtausendwende viel beschäftigter Fernsehdarsteller. Persoffs (*1919; andere Quellen: 1920) bekannteste Kinofilmrolle mag die des Little Bonaparte in Wilders Meisterwerk Some Like It Hot (USA 1959 dt.: Manche mögen's heiß) sein, sein Wikipediaeintrag gibt sogar an, er sei die einzige heute noch lebende Person unter den im Abspann erwähnten Darstellern.
Hierzulande bekannter als Persoff, dürfte der durch seine Rolle des John Steed in der britischen Kultserie The Avengers (GB 1961-1969 dt.: Mit Schirm, Charme und Melone) auch in Deutschland zu enormer (mittlerweile allerdings wohl wieder verblasster) Popularität gelangte Patrick Macnee sein, der in einer Nebenrolle als Crewmitglied McLeod nur wenig Talent zeigen darf.
Inhaltlich erinnert diese überdurchschnittliche Folge ein wenig an die antifaschistischen Propagandafilme der USA, nur dass hier natürlich die obligatorischen Mysteryelemente der Twilight Zone und Serlings Moralempfinden zusätzlich in den Mix gelangten.


Episodenbewertung: ****/5

Montag, 18. August 2014

The Twilight Blog #9 - Vorsicht: Traumfrau!

The Twilight Zone - Staffel 1, Episode 9
Perchance to Dream (dt.: Die Macht der Träume)
B.: Charles Beaumont
R.: Robert Florey
US-Erstaustrahlung: 27. November 1959 (BRD: 27.11.1991 - also exakt 32 Jahre später...)


Die Story: Edward Hall (Richard Conte) hat nicht nur ein schwaches Herz, sondern auch prekäre Träume. So erzählt er dem Psychiater Dr. Rathman (John Larch), dass er in seinen Träumen seit einiger Zeit von einer animalischen Schönheit (Suzanne Lloyd) verfolgt wird und Hall davon ausgeht, dass sein nächstes Entschlafen endgültig sein könnte...


Das Zwielicht durchbrochen: Dies ist die erste Folge, deren Drehbuch nicht von Rod Serling verfasst wurde, und es fällt dem geneigten Zuschauer vermutlich zunächst nicht einmal auf.
Perchance to Dream basiert auf der exzellenten Idee die Hauptfigur den eigenen und natürlich irgendwann unumgänglichen Schlaf fürchten zu lassen; eine Idee die auch das über Jahrzehnte erfolgreich Nightmare on Elm Street Franchise verwendet, wenngleich Wes Craven angab, nicht von Charles Beaumonts Story beeinflusst worden zu sein.
Eben jener Charles Beaumont (*1929; †1967) sollte nach dieser Episode nicht nur mehr als ein Dutzend weitere Storys für The Twilight Zone abliefern, darunter auch einer der Höhepunkte der zweiten Staffel mit dem schönen Titel The Howling Man, weiterhin war er zu dieser Zeit auch maßgeblich an Drehbüchern zu Filmklassikern wie 7 Faces of Dr. Lao (USA 1964 R.: George Pal dt.: Der mysteriöse Dr. Lao) oder dem hier bereits zuvor besprochenen Night of the Eagle beteiligt, um nur zwei zu nennen.
Beaumont verstarb leider früh (mit nur 38) an einer "seltsamen Hirnerkrankung", hat aber in seinen wenigen Lebensjahren ein recht eindrucksvolles Gesamtwerk hinterlassen. Dazu gehört auch das Script zur hier besprochenen neunten Folge der Twilight Zone, welches auf einer gleich betitelten Kurzgeschichte Beaumonts basiert, die 1958 im Playboy abgedruckt worden war.
Richard Conte brilliert als nervliches Wrack, das sich von einer wahrlich animalischen Suzanne Lloyd in seinen Träumen gestalked sieht. Regie führte routiniert Robert Florey (*1900; †1979), der im zarten Alter von 29 Jahren den allerersten Film der Marx Brothers, The Cocoanuts (USA 1929 R.: Florey/Joseph Santley), aus der Taufe gehoben hatte.
Insgesamt ist diese Folge also ein erfolgreiches, erstes Zeichen dafür, dass The Twilight Zone nicht notwendigerweise die schreiberischen Talente Rod Serlings benötigte. Ob man Beaumonts Geschichte als Flucht eines Mannes vor seiner eigenen Sexualität oder Suzanne Lloyds Figur als Succubus ansieht: Perchance to Dream trifft sein Publikum mit traumwandlerischer Leichtigkeit.


Episodenbewertung: ****/5

Samstag, 9. August 2014

The Twilight Blog #8 - Wenn geschliffenes Glas bricht...

The Twilight Zone - Staffel 1, Episode 8
Time Enough at Last (dt.: Alle Zeit der Welt)
B.: Rod Serling, basierend auf einer Kurzgeschichte von Lyn(n) Venable
R.: John Brahm
US-Erstausstrahlung: 20. November 1959 (BRD: 20.11.1991)


Die Story: Henry Bemis (Burgess Meredith) ist ein scheuer Bücherwurm, der selbst an seiner Arbeitsstelle, einem Bankschalter, nur für Sekunden den Blick von den Seiten seiner Bücher nehmen kann. Gerade im Tresorraum in einem Dickens vertieft wird er unversehens der vielleicht letzte Mensch auf Erden, und während die Welt um ihn herum schon zerbrochen ist, zerbricht die Seine, als zerbricht, was nun nicht mehr zu ersetzen scheint.


Das Zwielicht durchbrochen: Dies ist vermutlich eine der international populärsten Folgen der Twilight Zone, welche es regelmäßig gleichermaßen in die Bestenlisten von Fans und Kritikern schafft. Das mag zum einen an der einprägsamen, simplen Pointe der Geschichte liegen, zum anderen liefert Hauptdarsteller Burgess Meredith eine eindrucksvolle Darbietung als ebenso liebenswerter wie verschrobener Büchernarr ab, der sich ständig beim Lesen den Ablenkungen des Alltags erwähren muss, die täglich in den Formen von Chef, Kunden und Ehefrau daherkommen.
Serlings Drehbuch basiert hier zum ersten Mal nicht auf einer eigenen Idee, sondern auf der sehr kurzen Short Story gleichen Titels aus der Feder einer Literatin namens Marylin Venable, deren (androgyner) Künstlername Lynn mal mit einem, mal mit zwei "n" geschrieben wird. Venable behauptet in einem Interview mit den San Jose Mercury News aus dem Jahr 2012, dass Serling ihre Geschichte Ende der 50er Jahre für $500 kaufte, sie aber nie Serling persönlich traf oder gar irgendwelche spätere Tantiemen für ihr berühmtes Werk erhalten hat. Ihre wenigen weiteren Geschichten sind mehr oder minder dem völligen Vergessen anheimgefallen und die sich selber als hemmungslose Leserin bezeichnende Venable freut sich im Rückblick allein über die Tatsache, dass Serling ihre Story absolut getreu adaptierte.
Regie führte John Brahm (*1893; †1982), ein bereits zu Zeiten des Film Noir viel beschäftigter, deutscher Immigrant, dessen Vornamen eigentlich Hans und Julius waren und der 1933 zusammen mit seiner Gattin vor den Nazis über Frankreich und England schließlich ins vermeintliche Land der unbegrenzten Möglichkeiten geflüchtet war. Brahm sollte in den 50er und 60er Jahren praktisch unablässig fürs US-TV arbeiten und so auch genau bei einem Dutzend Folgen von The Twilight Zone den Regiestuhl besetzen.
Ich für meinen Teil, weiß Time Enough at Last als Fan der Serie natürlich durchaus zu schätzen, doch möchte ich nur vier von fünf möglichen Punkten vergeben, da ich dieser Episode aufgrund ihrer Einfachheit über die Zeit hinweg doch etwas überdrüssig geworden bin. Darum meine eher verhaltene Wertung - Neulingen der Serie möchte ich diesen legendären Klassiker aber trotzdem ans Herz legen.


Episodenwertung: ****/5

The Twilight Blog #7 - Frust und Lust im Asteoritenknast

The Twilight Zone - Staffel 1, Episode 7
The Lonely (dt.: Gefangen in der Einsamkeit)
B.: Rod Serling
R.: Jack Smight
US-Erstausstrahlung: 13. November 1959 (BRD: keine TV-Ausstrahlung)


Die Story: James A. Corry (Jack Warden) muss wohl für eine besonders schwere Untat büßen, hat man ihn doch gleich für ein halbes Jahrhundert allein auf einem Asteroiden ausgesetzt. Hin und wieder bringt ein Versorgungsraumschiff unter der Leitung des freundlichen Captain Allenby (John Dehner) dem Häftling das Nötigste und eines Tages sogar einen weiblichen Roboter (Jean Marsh), um Corry vor dem drohenden Wahnsinn zu bewahren. Was Allenby jedoch nicht ahnt: Die Illusion einer menschlichen Partnerin kann ganz neue Probleme aufwerfen!


Das Zwielicht durchbrochen: Vollkommen allein gelassen kann der Mensch schnell an seine geistigen Grenzen gelangen - zu dieser Erkenntnis kam bereits die allererste Episode der Twilight Zone mit dem bezeichnenden Titel Where Is Everybody?, und zu dieser Einsicht gelangt auch die hier besprochene siebte Folge der ersten Staffel. Tatsächlich wurde diese Episode direkt nach dem Pilotfilm abgedreht und wohl aufgrund der inhaltlichen Gleichheit erst einige Folgen später ausgestrahlt.
Leider muss ich aber sowohl The Lonely wie auch schon der Pilotfolge zuvor eine etwas unschöne Alterung bescheinigen. The Lonely wurde, was die Außenaufnahmen betrifft, strapaziös im Death-Valley-Nationalpark gedreht und die Mojavewüste soll auch diesmal ihren Gästen nichts geschenkt haben. Leider liegt hier aber auch einer der Schwachpunkte der Episode: Neben Sand und Steinen oder dem spartanischen Inneren von Corrys Wellblechhütte gibt es ausser den Darstellern keine weiteren Schauwerte, was umso mehr ins Gewicht fällt, ist die Story von The Lonely doch in Teilen noch um einiges vorhersehbarer als die von Where Is Everybody? und wirkt insgesamt ein wenig unspektakulär.
Trotzdem ist es schön Charakterkopf Jack Warden (*1920; †2006) jede Szene an sich reißen zu sehen, da hat auch die schöne Jean Marsh (die hier etwas Yvonne De Carlo ähnelt) nur wenige Chancen einmal glänzen zu können.
Erstaunlicherweise wurde diese Folge nie im deutschen Fernsehen ausgestrahlt, ein Schicksal, welches sie mit der gesamten vierten Staffel und einigen weiteren, späteren Episoden teilt.


Episodenbewertung: ***/5

Montag, 4. August 2014

The Twilight Blog #6 - Alle Schlupflöcher gut verstopft...

The Twilight Zone - Staffel 1, Episode 6
Escape Clause (dt.: Die Rücktrittsklausel)
B.: Rod Serling
R.: Mitchell Leisen
US-Erstaustrahlung: 06. November 1959 (BRD: 09.02.1996)


Die Story: Der leidenschaftliche Hypochonder Walter (David Wayne) erbittet in einem Anflug von tiefer Larmoyanz bei seinem Schöpfer das Geschenk der Unsterblichkeit. Als ihm ausgerechnet der diabolische Herr Cadwallader (Thomas Gomez) einen teuflischen Vertrag anbietet, bedenkt Walter leider nicht alle Eventualitäten...


Das Zwielicht durchbrochen: Mit Folge Numero 6 gelangt endlich das Element der makabren Pointe in die Twilight Zone.
Wie in The Sixteen-Millimeter Shrine ist die Hauptperson nur wenig sympathisch und mit einem starken Hang zum Größenwahn gesegnet. Wo Ida Lupino jedoch noch Rückzug in ihre alten Filme nehmen konnte, bleibt Walter Bedeker nichts anderes übrig, als sein eigenes Ende zu akzeptieren. Sicher erscheint dieser Twist moralisch akzeptabel (wir reden hier immerhin von einem Deal mit dem Deibel persönlich - das kann ja gar nicht gut enden...), doch hatte man gerade nach dem sehr versöhnlichen Schluss der vorangegangen Episode Walking Distance wohl doch noch auf ein Happy End gehofft...
Pustekuchen! Serling benutzt das komödiantische Talent seines Hauptdarstellers David Wayne (*1914; †1995), der hierzulande einigen wohl lediglich aus The Andromeda Strain (USA 1971 R.: Robert Wise dt.: Andromeda - Tödlicher Staub aus dem All) bekannt sein dürfte, um einerseits beim Zuschauer Sympathien für den von Wayne verkörperten Schuft zu wecken und so andererseits der zynischen Schlusspointe noch mehr Schlagkraft verleihen zu können.
Insgesamt ist Escape Clause somit ein erster, gelungener Vorstoß in die etwas garstigeren Gefilde der Twilight Zone, in die wir uns schon bald erneut in diesem Blog begeben werden.



Episodenbewertung: ****/5

Donnerstag, 31. Juli 2014

The Twilight Blog #5 - Wege in eine bessere Vergangenheit

The Twilight Zone - Staffel 1, Episode 5
Walking Distance (dt.: Vielleicht in einer Sommernacht)
B.: Rod Serling
R.: Robert Stevens
US-Erstaustrahlung: 30. Oktober 1959 (BRD: 02.02.1996)


Die Story: Durch Zufall an einer Tankstelle nahe seiner Heimatstadt angelangt, beschließt der vom Leben ermattete Geschäftsmann Martin Sloane (Gig Young) dieser einen Besuch abzustatten. Was Martin Sloane nicht ahnt: Ein kurzer Fußmarsch wird zur Reise in seine eigene Vergangenheit.


Das Zwielicht durchbrochen: Nach nur fünf Folgen kommt es nun zur ersten Vergabe der Höchstpunktzahl. Walking Distance ist aber nicht allein eine meiner ganz persönlichen Lieblingsepisoden, sie fand auch Aufnahme auf einer kürzlich zum 55. Geburtstag in den USA veröffentlichten Doppel-DVD-Edition mit dem bezeichnenden Titel The Twilight Zone - Essential Episodes.
Wie auch in fast allen der vier vorangegangenen Folgen ist der Ton stark sentimental und nostalgisch geprägt, ja, man kann sogar sagen, dass dieser Trend in Walking Distance seinen Höhepunkt erreicht, bevor man sich danach (endlich) auch anderen Themen zuwendete. Insoweit ist Walking Distance der filmgewordene Beweis dafür, dass Serling nach fünf Storys nun seinen eigenen Stil perfektioniert hatte und es auch eigentlich längst nicht mehr nötig hatte die Ideen anderer zu plagiieren (wie direkt zuvor noch in The Sixteen-Millimeter Shrine).
Serlings Geschichte ist eine wunderbar melancholische Warnung für all jene unter uns, die lieber in der eigenen Vergangenheit als in der Gegenwart leben würden, und zeigt elegant wie man ein recht schweres Thema in nur fünfundzwanzig Minuten Laufzeit gekonnt auf den Punkt bringen kann.
Der später für seine Rolle in They Shoot Horses, Don't They? (USA 1969 R.: Sydney Pollack dt.: Nur Pferden gibt man den Gnadenschuß) mit dem Oscar ausgezeichnete Gig Young (*1913; †1978) verkörpert den disillusionierten Businessmann perfekt und sein späteres, persönliches Schicksal (Young, 1978 schon lange von Trunksucht und Depressionen heimgesucht, tötete sich und seine vierunddreißig Jahre jüngere, fünfte Gattin nach dreiwöchentlicher Ehe mit einer Schusswaffe) verstärkt heute im Rückblick nur noch mehr den tragischen Ton der Geschichte.
In einer Kinderrolle ist ein damals fünfjährige Ron Howard zu sehen, der heute große Erfolge als Regisseur, Produzent und hin und wieder immer noch als Gelegenheitsschauspieler feiert.


Episodenbewertung: *****/5

Donnerstag, 24. Juli 2014

The Twilight Blog #4 - Stars zum vergessen

The Twilight Zone - Staffel 1, Episode 4
The Sixteen-Millimeter Shrine (dt.: 16 mm Traumwelt)
B.: Rod Serling
R.: Mitchell Leisen
US-Erstausstrahlung: 23.10.1959 (BRD: 26.01.1996)


Die Story: Die Glanzzeiten der Hollywooddiva Barbara Trenton (Ida Lupino) sind schon lang vorbei, ihr Ruhm ist längst verblasst. Ihre Zeit verbringt sie mit dem Anschauen ihrer alten Filme, ihre einzigen Kontakte zur Außenwelt sind das Hausmädchen und ihr Agent Danny Weiss (Martin Balsam), welche jedoch auch nicht den vergessenen Star vom ultimativen Rückzug ins Reich der Erinnerungen abhalten können.


Das Zwielicht durchbrochen: Seufz. Ich würde diese Episode wirklich gern besser besprechen, doch leider ist sie für mich der erste wahre Tiefpunkt der Serie, welche jedoch (soviel sei hier vorweg verraten) schon mit der nächsten Episode einen wahren, ersten Klassiker bietet.
Ida Lupino, eine der großen Damen des Film Noir, stand während ihrer Karriere des Öfteren nicht nur vor, sondern als Regisseurin auch mehrfach hinter der Kamera und so sollte auch ihr der Ruhm zuteilwerden, die einzige Person zu sein, welche nicht nur in einer Episode der Twilight Zone als Darsteller mitwirkte, sondern auch die Regie bei einer anderen übernahm. Dies sollte zwar erst zum Ende der Serie bei der 25. Episode der fünften Staffel mit dem Titel The Masks der Fall sein, doch sollte diese dafür inhaltlich um einiges spannender sein, als diese trotz ihrer Laufzeit von nur 25 Minuten immer noch langatmige Version von Wilders Meisterwerk Sunset Blvd. (USA 1950 dt.: Boulevard der Dämmerung), welche man um ein recht vorhersehbares, übernatürliches "Überraschungsende" aufgewertet hat.
Dass ich kein Freund von Remakes bin, mag sich unter den Lesern dieses Blogs bereits herumgesprochen haben, und ich kann mir auch bei The Sixteen-Millimeter Shrine nicht helfen - das riecht verdammt nach Kopie... Ein Vorfall, der innerhalb dieser Serie besonders sonderbar wirkt, kommen wir doch schon bald zu Folgen, welche mehr oder weniger eindeutig spätere Film- und Fernsehproduktionen beeinflusst zu haben scheinen.
Trotz des äußerst schwachen Inhalts stimmt zumindest die handwerkliche Seite. Darstellerisch hingegen würde ich mir wünschen Frau Lupino (*1918; †1995) hätte doch noch ein bisschen mehr bei Gloria Swanson abgekupfert und würde ihrem Affen etwas mehr Zucker geben...
Insgesamt also eine sehr schwache Episode, welche die folgende dafür aber nur umso mehr herausragen lässt. Man darf also gespannt sein!


Episodenbewertung: **/5

Dienstag, 22. Juli 2014

The Twilight Blog #3 - Der Revolverheld und das Schicksal

The Twilight Zone - Staffel 1, Episode 3
Mr. Denton on Doomsday (dt.: Mr. Dentons zweite Chance)
B.: Rod Serling
R.: Allen Reisner
US-Erstausstrahlung: 16.10.1959 (BRD: 19.01.1996)


Die Story: Der Wilde Westen. Al Denton (Dan Duryea) war noch vor Jahren ein bekannter Revolverheld; heute hat der Dämon Alkohol von ihm vollends Besitz genommen. Doch nun ist das personifizierte Schicksal in Form des reisenden Händlers Henry J. Fate (Malcolm Atterbury) in die Stadt gekommen und gewährt Mr. Denton eine letzte Chance.


Das Zwielicht durchbrochen: Willkommen zur ersten Episode der Twilight Zone, die nicht in der Gegenwart (also Ende der 50er Jahre) spielt, sondern die Handlung stattdessen in die staubigen Zeiten des Wilden Westens verlegt. Dies sollte im Laufe der Serie noch öfters stattfinden (u. a. in der recht bekannten Folge A Hundred Yards Over the Rim in der nächsten, zweiten Staffel), und dies meist mit einem interessanteren Ergebnis als hier.
Tatsächlich kann ich nicht mal genau sagen, was mir an Mr. Denton on Doomsday missfällt und diese Episode in die Mitte meiner Wertungsskala rücken lässt. Die Inszenierung ist durchaus als sehr solide zu bezeichnen, ebenso die darstellerischen Leistungen. Besonders hinweisen möchte ich hier auf einen jungen Martin Landau in einer Rolle als unsympathischen Rüpel und auf einen Auftritt Doug McClures, der nicht nur der kultigen Figur des Troy McClure in der Serie The Simpsons ihren Nachnamen gab, sondern auch dessen Äußeres mitprägte.
Was ist es also, was mir an dieser Folge nicht so recht gefällt? Vielleicht ist es die bis zu ihrem finalen Plottwist doch vollkommen vorhersehbare Story. Vielleicht ist es auch Malcolm Atterbury, der mich in der Rolle des fleischgewordenen Schicksals einfach nicht genug beeindrucken kann.
In der Tat reden verschiedene Quellen davon, dass Serlings Drehbuch ursprünglich klarer als Komödie konzipiert war und die Hauptfigur in dieser Version ein schwächlicher Schullehrer gewesen sein soll. Ob dies der eher schwachen Story besser getan hätte, lasse ich hier einmal dahingestellt.
Egal, Mr. Denton on Doomsday ist sicher keine schlechte Episode und stellt lediglich einen (ersten) leichten Tiefpunkt innerhalb einer bald schon beginnenden Serie von allesamt sehr imposanten Folgen dar. Allerdings müssen wir um zu diesen zu gelangen erst noch an der nächsten Episode vorbei...
Mr. Denton on Doomsday wurde am 16. Oktober 1959 in den USA erstausgestrahlt. Die deutsche Fernseherstauswertung geschah am 19. Januar 1996 durch TV München. Dies ist außerdem eine von insgesamt nur drei Episoden, welche einen nachträglich abgeänderten Titelvorspann mit einem großen, geschminkten, weiblichen Auge aufweisen.


Episodenbewertung: ***/5

Sonntag, 20. Juli 2014

The Twilight Blog #1 - So allein...

The Twilight Zone - Staffel 1, Episode 1
Where is Everybody? (dt.: Die leere Stadt)
Buch: Rod Serling
R.: Robert Stevens 
US-Erstausstrahlung: 02.10.1959 (BRD: 25.10.1961 in der ARD)


Die Story: Ein junger Mann (Earl Holliman) findet sich unvermittelt in einer vollkommen verlassenen, staubigen US-Kleinstadt wieder. Kann er einen Weg aus diesem Albtraum finden?



Das Zwielicht durchbrochen: Dieser Pilotfilm war nicht ursprünglich als solcher vorgesehen, sollte doch eigentlich zunächst an seiner Stelle ein Script namens The Time Element (USA 1958 R.: Allen Reisner) benutzt werden, mit dem Serling bereits einige Zeit hausieren war. Dieses Drehbuch sah bereits einige Trademarks der später realisierten Twilight Zone vor, wurde jedoch nach dem Kauf vom Sender CBS erst einmal zur Seite gelegt und am 24. November 1958 schließlich als sechste Folge der Reihe Westinghouse Desilu Playhouse (USA 1958-1960) ausgestrahlt, etwa ein Jahr bevor Serlings eigene Serie The Twilight Zone mit Where is Everybody? doch noch auf Sendung gehen durfte, ein Umstand den er nicht zuletzt auch der Qualität seines Drehbuchs zu The Time Element zu verdanken hatte, in welchem es ein Psychiater (Martin Balsam) mit einem scheinbar in der Zeit gefangenen Patienten (William Bendix) zu tun bekommt.
Neben dem Script zu The Time Element hatte Serling noch eine weitere seiner eigenen Storys als möglichen Serienauftakt vorgesehen. Diese hatte den Titel The Happy Place und sollte eine Dystopie im Mittelpunkt haben, in der jede Person in einem Alter von über 60 Jahren im allgemeinen Interesse der Gesellschaft getötet wird. Diese interessante Idee wurde vom Sender jedoch als zu düster abgetan, was man vielleicht später mit Blick auf den Erfolg des ähnlich gelagerten Logan's Run (USA 1976 R.: Michael Anderson dt.: Flucht ins 23. Jahrhundert) als großen Fehler ansehen durfte.
Stattdessen entschied man sich also am 2. Oktober 1959 Where is Everybody? über die Mattscheiben flimmern zu lassen, ein Pilotfilm, dessen finale Auflösung meines Erachtens stärker ist, als die simple und etwas langatmig erzählte Handlung zu Beginn des Films. In dieser läuft der in Deutschland nicht allzu bekannte Earl Holliman durch eine verlassene US-Kleinstadt, während er zunehmend mit Paranoia und Einsamkeit zu kämpfen hat. Holliman (*1928), der in seiner langen Karriere hauptsächlich in Nebenrolle glänzen durfte, gelingt das Kunststück, durch sein Spiel allein das Publikum bei der Stange zu halten, bis der obligatorische (und heute vielleicht technisch obsolete) Plottwist die Zuschauer zum Schluss immer noch zu überraschen weiß. Hier kommt bereits Serlings Hang zum Sentimentalen zu Vorschein, eine Tendenz, welche sich noch wesentlich stärker in Folgen wie Walking Distance (Staffel 1, Episode 5 dt.: Vielleicht in einer Sommernacht) zeigen sollte.
Diese erste Folge der Twilight Zone wurde im deutschen Fernsehen erstmals am 25. Oktober 1961 unter dem Titel Unglaubliche Geschichten in der ARD ausgestrahlt. Es blieb die einzige Episode, die auf diesem Sender gezeigt werden sollte. Erst sechs Jahre später sollten neue Folgen im ZDF laufen. Doch dazu bald mehr...



Episodenbewertung: ***/5

Samstag, 19. Juli 2014

The Twilight Blog #0 - Die bloßen Fakten...

The Twilight Zone (Unwahrscheinliche Geschichten / Unglaubliche Geschichten / Geschichten, die nicht zu erklären sind)
USA 1959 bis 1964 (Sechs Staffeln, insg. 156 Episoden)
erdacht und produziert von Rod Serling
diverse Regisseure


Die vom sechsmaligen Emmypreisträger Rod Serling (*1924; †1975) erschaffene Serie The Twilight Zone stellt für mich ein zeitlos schönes Stück US-Fernsehen da, welches vollkommen zu Recht über die Jahrzehnte zu einem internationalen Kultphänomen wurde.
Dies liegt zum einen an den überaus liebevollen Inszenierungen der einzelnen Episoden, zum anderen an den wirklich gelungenen Drehbüchern (über die Hälfte davon stammten von Serling selbst), welche teilweise bereits wahre Klassiker ihres Genres darstellen und von Größen wie u. a. Ray Bradbury oder Richard Matheson verfasst wurden. Die Themen reichen dabei mitunter vom düsteren Mysterythriller bis zur leichtfüßigen Science-Fiction, vom psychologisch abgründigen, urbanen Horror hin zur Dystopie in postapokalyptischer Einöde. Ist der Ton mancher Folgen sentimental bis melancholisch, so enden andere Episoden manchmal mit satirisch, ironischen Pointen, teilweise sogar mit stark makabren Untertönen.
Daneben gibt es innerhalb fast jeder Episode ein oder zwei bekannte Gesichter aus Hollywood wiederzuerkennen, was Filmfans ein ständiges "Ach, sieh mal..." entringen dürfte. Namedropping gefällig? Freuen Sie sich auf James Coburn, Jack Klugman, Peter Falk, Buster Keaton, Charles Bronson, Dennis Hopper oder William Shatner, um nur einige sehr Wenige zu nennen.


Insgesamt brachte es die Serie im Zeitraum von 1959 bis 1964 auf 156 Folgen in fünf Staffeln. Die Laufzeit der einzelnen Episoden betrug netto (also ohne TV-Werbeblöcke) in der Regel ca. 24 Minuten, eine Ausnahme bildete hier die vierte Season, deren Folgen etwa doppelt so lang waren.
Nach dem (in seiner Gestaltung schon in den einzelnen Staffeln öfters wechselnden) Vorspann, führte Rod Serling mit einem kurzen Text in die jeweilige Episode ein und moderierte auf gleiche Art am Ende der Folge diese ebenfalls kurz ab. Diese Idee wurde ebenso zum Markenzeichen der Serie, wie die ab der zweiten Staffel erklingende, berühmte Titelmelodie der Serie, welche vom französischen Komponisten Marius Constant geschrieben wurde.
Serling und die von ihm geschaffene Serie wurde bereits in den frühen 60ern für zahlreiche Preise nominiert, wovon man auch eine ganze Reihe verliehen bekam, darunter einige Emmys (der bedeutendste Fernsehpreis der USA) und zwei Hugo Awards for Best Dramatic Presentation (einer der wichtigsten Preise für Science-Fiction und Fantasy in Kino und TV).
Welchen Einfluss The Twilight Zone bis heute auf Fernsehen und Popkultur hat, zeigt sich zum einen an Serien wie The Outer Limits (USA 1963-1965) oder Beyond Belief: Fact or Fiction (USA 1997-2002 dt.: X-Factor - Das Unfassbare), welche Inhalte und den Anthologiefilmcharakter des Vorbilds übernahmen, zum anderen an den zahlreichen Zitaten, Persiflagen und Hommagen, welche über die Zeit u. a. in populären TV-Serien wie The Simpsons (USA 1989-) oder auch in Literatur, Comics und Musik Einzug hielten.
 

Eine gute Idee ist meist nur schwer totzukriegen, und so stieg auch The Twilight Zone bislang ganze zwei weitere Male wie der Phönix aus der Asche auf: erstmals zehn Jahre nach Serlings Tod von 1985 bis 1989; dann erneut von 2002 bis 2003.
1983 entstand außerdem unter dem Titel Twilight Zone: The Movie (USA 1983 dt.: Unheimliche Schattenlichter) ein recht kontrovers aufgenommener Kinofilm, bei dem sich die Herren Dante, Miller, Spielberg und Landis gemeinsam als Regisseure betätigten und bei dessen Dreharbeiten es zu einem tragischen Unfall kam, der drei Menschenleben kostete.
1994 erschien mit Twilight Zone: Rod Serling's Lost Classics (USA 1994 R.: Robert Markowitz dt.: Schrecken aus dem Jenseits) zusätzlich ein Fernsehfilm, der zwei zuvor unverfilmte Ideen Serlings mit wenig Erfolg auf die Mattscheibe brachte.
In wieweit ich auf all diese Ableger der Originalserie im Verlauf dieses Blogspecials eingehe, kann ich zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht sagen - Fakt ist jedoch, dass es nun endlich nach und nach mit den Episoden der ersten Staffel losgeht.
Viel Spaß!
That's the signpost up ahead - your next stop, The Twilight Zone!

Sonntag, 29. Juni 2014

Eddie lässt die Bombe platzen

SOS Pacific (Dicke Luft und heiße Liebe / Eddie schafft alle)
GB 1959
R.: Guy Green


Worum geht's?: Auf einem kleinen Pazifikeiland wird der raubeinige aber sympathische Schmuggler Mark (Eddie Constantine) vom Cop Petersen (Clifford Evans) wegen eines Schusswechsels mit der Hafenpolizei auf seinem Boot verhaftet.
In Handschellen an Petersen gefesselt boarden sie ein Wasserflugzeug, damit Mark auf dem Festland der Prozess gemacht werden kann.
Mit an Bord sind die schöne Stewardess Teresa (Pier Angeli), der deutsche Physiker Krauss (Gunnar Möller), die kesse Animierdame Maria (Eva Bartok) und die konservative, alte Jungfer Miss Shaw (Jean Anderson). Geflogen wird die Propellermaschine von dem trinkenden Piloten Bennett (John Gregson), der sich in ständigem Streit mit seinem Funker Willy (Cec Lindner) befindet und wie dieser offenbar seit geraumer Zeit ein Auge auf die schöne Saftschubse geworfen hat.
Vor Mark und seinem unter Flugkrankheit leidenden Wachhund Petersen hat zudem dessen Informant Whitey (Richard Attenborough) platz genommen; eine schmierige Type, die auf dem Festland als Zeuge gegen Mark zum Preis von 500 Silberlingen vor Gericht aussagen soll.
Kaum in der Luft fällt das Funkgerät der alten Mühle aus, Sturmwolken ziehen am Horizont auf und ein schmorendes Kabel setzt den Sicherungskasten der Pilotenkanzel in Brand.
Mutig stürmt Mark ins Cockpit, doch führt ein falsch gefüllter Feuerlöscher zum tragischen, vorzeitigen Ende des Funkers und auch mit vereinten Kräften kann der Flieger nicht mehr lange in der Luft gehalten werden.
Da taucht im letzten Moment eine Insel vor der im Sinkflug befindlichen Maschine auf, doch müssen die Überlebenden des Absturzes zu ihrer Bestürzung schnell feststellen, dass sie lediglich von einer misslichen Situation direkt in die nächste gefallen sind und es natürlich Mark obliegt, den Tag zu retten.



Wie fand ich's?: Es gibt Schauspieler, die ihre ganze Karriere über nur einen Charakter spielen. Schauspieler, die so tief in der redensartlichen Schublade stecken, dass Flucht praktisch unmöglich ist.
1953 erschien mit La môme vert de gris (F 1953 R.: Bernard Borderie dt.: Im Banne des blonden Satans) der erste Film, in dem Eddie Constantine den toughen FBI-Mann Lemmy Caution verkörperte; noch im selben Jahr sollte auf Grund des großen Erfolgs mit Cet homme est dangereux (F 1953 R.: Jean Sacha dt.: Dieser Mann ist gefährlich) eine Fortsetzung folgen. Eine Dekade später erschien À toi de faire... mignonne (F/I 1963 R.: Bernard Borderie dt.: Zum Nachtisch: Blaue Bohnen), der Film, der die auf den Kriminalromanen des Briten Peter Cheney basierende Serie, nach insgesamt sechs vorangehenden Teilen abschließen sollte, da am Horizont bereits in der Figur des James Bond ein übermächtiger Gegner an den Kinokassen erschienen war.
Doch bereits zwei Jahre später holte Jean-Luc Godard, das Enfant terrible der Nouvelle Vague, die Figur des Lemmy Caution für seine lakonische Sci-Fi-Satire Alphaville, une étrange aventure de Lemmy Caution (F/I 1965 dt.: Lemmy Caution gegen Alpha 60) zurück. Abgeklärt, depressiv und gelangweilt stapft Lemmy Caution durch diesen Abgesang auf seine Person, doch ließ sich Constantine auch noch in folgenden Jahrzehnten überreden, in Filmen wie Udo Lindenbergs chaotischer Komödie Panische Zeiten (BRD 1980 R.: Lindenberg/Peter Fratzscher) die Figur in einer Gastrolle erneut auferstehen zu lassen.
Doch kommen wir nun endlich zu SOS Pacific, welcher auf dem Höhepunkt der Popularität Constantines bzw. Lemmy Cautions gedreht wurde, und dies nicht von einem Franzosen, sondern vom Briten Guy Green (*1913; †2005), der sich vor seiner Karriere als Regisseur als Kameramann betätigt hatte und dies immerhin für Größen wie David Lean und Carol Reed. 1948 gewann er sogar einen Oscar für seine Kameraführung bei Leans Dickensverfilmung Great Expectations (GB 1946 dt.: Geheimnisvolle Erbschaft).
Sein handwerkliches Können zeigt sich auch bei SOS Pacific, der für einen reinen Abenteuerfilm dieser Ära äußerst solide inszeniert wurde und sich an jeder Stelle sehen lassen kann.
Noch interessanter als die Darstellung sind aber vermutlich die Darsteller. Da haben wir neben dem bereits genug in den Vordergrund gerückten Eddie Constantine auf dem Zenit seiner Laufbahn, einen jungen Richard Attenborough (*1923) mitten in seinen Dreißigern. Attenborough (mittlerweile nach mehrfacher Adelung in den Rang eines britischen Lords erhoben) sollte im selben Jahr auch für Green im Kriegsfilm Sea of Sand (GB 1958 dt.: Die schwarzen Teufel von El Alamein) vor der Kamera stehen und hatte sich im Filmgeschäft bereits seit Jahren einen Ruf und Namen gemacht.
Daneben kann man die viel zu früh verstorbene Pier Angeli in der Rolle der süßen Stewardess Teresa bewundern (Angeli starb bereits 1971 im Alter von 39 Jahren an einer Überdosis Schlafmittel) und Eva Bartok als kesse Hure mit Herz bestaunen. Bartok (*1927; †1998) war von 1955 bis 1956 in bereits vierter Ehe mit dem normannischen Kleiderschrank Curd Jürgens verheiratet und lebte bereits Anfang der 50er Jahre ein skandalumwittertes Jetsetleben. Ihr letzter großer Erfolg war 1964 Mario Bavas stilbildender Giallo Sei donne per l'assassino (I/F/MCO 1964 dt.: Blutige Seide), bevor sie sich Mitte der 60er in einen frühen Ruhestand begab und in den nachfolgenden Jahrzehnten immer mehr in Vergessenheit geriet.
Doch die aufsehenerregende Besetzung wäre nichts, würde die vor Klischeefiguren (das sympathische Raubein, der reumütige, trinkende Pilot, die Hure mit einem Herz aus Gold, der feige Denunziant, der nützliche, deutsche Eierkopf...) nur so strotzende Geschichte von Green nicht so rasant und atemlos erzählt werden, sodass Hänger oder Längen gar nicht erst entstehen können.
SOS Pacific ist also Abenteuerkino, wie man es sich immer wieder ansehen kann - praktisch ein fast zeitlos schöner Trivialfilm für die Ewigkeit.
Die deutsche DVD vom Label Filmjuwelen kommt leider (wie bei diesem Label üblich) ohne die Originaltonspur daher, bietet aber ein ansehnliches Bild und die gelungene, deutsche Synchro. Die britische DVD ist im Netz tatsächlich noch preiswerter zu bekommen, bietet allerdings keine Extras.



Fazit: Eddie langt zu unser aller Unterhaltung vor schönen Kulissen mal wieder so richtig zu. So sah feine Action in den Fünfzigern aus.



Punktewertung: 7,75 von 10 Punkten

Sonntag, 9. März 2014

Entschuldigung, aber da ist eine Fledermaus in meinem Taco!

El vampiro (Vampiro)
MEX 1957
R.: Fernando Méndez


Worum geht's?: Von der Nachricht über den schlechten Gesundheitszustand ihrer Tante verunsichert, kommt die junge Mexikanerin Marta (Ariadna Welter) auf dem abgelegenen Bahnhof ihres Geburtsorts an und sucht vergeblich nach einer Möglichkeit zur Weiterreise.
Scheinbar gestrandet, macht sie schnell Bekanntschaft mit einem sympathischen Herrn namens Enrique (Abel Salazar), der ebenfalls auf der Suche nach einer Mitfahrgelegenheit ist und praktisch das gleiche Reiseziel hat.
Glücklich nimmt man da die Ankunft einer Kutsche auf, die eine sonderbare Kiste aus dem fernen Ungarn auflädt und deren mürrischer Kutscher sich tatsächlich breitschlagen lässt die beiden Reisenden ein Stück des Weges mitzunehmen, sie jedoch wenig später recht unvermittelt im nebligen Wald stehen lässt.
Zu Fuß gelangt man endlich an die Tore der Hazienda, muss jedoch erkennen, dass Tantchen schon in der Familiengruft beigesetzt sein soll. Ein schwaches Herz und die paranoide Angst vor Vampiren habe sie in ein frühes Grab gebracht, so weiß der besonnene Onkel Emilio (José Luis Jiménez), während Tante Eloisa (Carmen Montejo), die auch des Nachts gern mal durch die wabernden Nebel wandert, das im Verfall begriffene Anwesen verkaufen möchte.
Dazu infrage käme der lichtscheue Nachbar Duval (Germán Robles), ein Nachtmensch im Cape, der auch der Empfänger der seltsamen Kiste und Arbeitgeber des grimmigen Kutschers ist.
Marta wie Enrique dämmert schon bald, dass die gute Tante allen Grund zum Verfolgungswahn hatte und sich hier der schöne Spruch erfüllt: "Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind!"


Wie fand ich's?: Holla, ist dies tatsächlich der erste Vampirfilm, in dem Freunde des internationalen Blutsaugerstreifens die berühmten Fangzähne zu sehen bekommen, wie es der amerikanische Wikipediaeintrag und diverse Blogs wissen wollen?
Nein! Denn wer hat's erfunden? Richtig - die Türken! Wo Bela Lugosi in Tod Brownings Dracula (USA 1931) noch ein perfektes Gebiss ohne Auffälligkeiten sein Eigen nannte, da hatte sein osmanisches Alter Ego in Drakula Istanbul'da (TK 1953 R.: Mehmet Muhtar) bereits den heute ikonografische Reißzahnkiefer, wenn die Hauer dort allerdings noch etwas schief standen... Wenn man ganz genau sein möchte, kann man natürlich bereits Max Schreck in Murnaus stummen Meisterwerk Nosferatu -  Eine Symphonie des Grauens (D 1922) den Innovationspreis zuschustern, jedoch saßen dort die Beißer ja eher mittig... Egal, die im Internet kursierende Legende sei somit im Zusammenhang mit Mexikos frühem Beitrag zum Vampirgenre jedenfalls zunächst erst mal doppelt widerlegt.
Trotzdem bietet El Vampiro neben hündischen Eckzähnen noch jede Menge anderer Schauwerte. Nebelverhangene Landschaften, alte Haziendas voller antiker Spinnweben, gespenstische Tanten mit langen Haaren und Kruzifixen - hach, schön.
Und dies alles immerhin schon drei Jahre bevor Mario Bava mit seinem La maschera del demonio (I 1960 dt.: Die Stunde wenn Drakula kommt) die Messlatte für Gothic Horrorfilme verdammt hoch hing. An diesen reicht Fernando Méndez Werk in meinen Augen zwar nicht ganz heran, es punktet aber trotzdem in den Bereichen Atmosphäre und eigenständiger Charme.
Méndez bedient sich als Grundgerüst seiner Handlung anfangs bei der zweiten Hälfte des Tod Browning Klassikers von 1931, in welcher der Vampir sein Domizil in der Nachbarschaft der Protagonisten gefunden hat, welches Méndez kurzerhand einfach von London in die mexikanische Sierra Negra verlegt.
Doch nicht nur das Script wurde von Brownings Film beeinflusst, auch das Outfit des Vampirs wurde bei Lugosi abgeguckt.
Hier enden dann aber auch die Gemeinsamkeiten mit dem Universal-Klassiker und El Vampiro kommt mit einigen interessanten eigenen, wenn auch vielleicht etwas befremdlichen, Ideen um die Ecke. Da wird eine Person lebendig begraben, die Vampire betätigen sich als Giftmischer und ein Blutsauger wird bis zur Besinnungslosigkeit gewürgt. Anders als in den kurz nach El Vampiro entstandenen Hammer Produktionen verzichtete man hier fast gänzlich auf den Einsatz von Kunstblut und nähert sich somit doch wieder der 31er Verfilmung an.
Es gibt also viel Schönes in diesem Kleinod aus dem Land der Luchadores zu entdecken. Trotzdem wurde Méndez Beitrag von den eben bereits angesprochenen Hammer Filmen in der internationalen Wahrnehmung fast gänzlich verdrängt. Wo die Streifen mit Christopher Lee und Peter Cushing Farbe, Grand Guignol und (später) Erotik boten, hatte Vampiro lediglich eine abgewandelte und modernisierte Interpretation des 30er Jahre Bühnenstücks von Hamilton Deane und John L. Balderston zu bieten, auf das Tod Browning seinen Film aufbaute.
So kann man El Vampiro und Drakula Istanbul'da durchaus als oft ignorierte Verbindungsstücke zwischen den Vampirfilmen von Universal und Hammer ansehen, wobei beiden Werken damit in meinen Augen nicht wirklich Genüge getan wird.
Da Vampiro wohl zumindest in seiner Heimat etwas kommerzieller Erfolg beschieden war, haute Regisseur Fernando Méndez bereits ein Jahr später ein eilig heruntergekurbeltes Sequel namens El ataúd del Vampiro (MEX 1958 dt.: Der Sarg des Vampiro) raus, in dem Germán Robles nach seinem Filmdebüt im ersten Teil ein zweites Mal vor der Kamera stand und ihn in die gleiche Schublade wie seinen britischen Kollegen Christopher Lee beförderte, bis er u. a. als Synchronsprecher Michael Knights Wunderauto KITT in der lateinamerikanischen Sprachfassung von Knight Rider (USA 1982-1986) seine sonore Stimme leihen durfte und später in unzähligen Telenovelas auftauchte - dies freilich ohne Fänge im Gesicht....


Fazit: Auch in Mittelamerika wird kraftvoll zugebissen: dank Fernando Méndez, der hier einen in unseren Breiten viel zu wenig bekannten Klassiker des Gruselfilms schuf.

Punktewertung: 8 von 10 Punkte

Montag, 3. Februar 2014

Die Kälte der Großstadt

Paris nous appartient (Paris gehört uns)
F 1961
R.: Jacques Rivette


Worum geht's?: Anne (Betty Schneider), eine junge Literaturstudentin, trifft auf einer Party einiger Pariser Intellektueller den angespannten Amerikaner Philip (Daniel Crohem), einen Journalisten, der die Staaten wegen des anhaltenden McCarthyismus verlassen haben soll. Dieser berichtet vom Tod des Musikers Juan, eines Spaniers, der mit einem Messer im Bauch in seiner Wohnung aufgefunden wurde - ob es Mord oder Selbstmord war, konnte man nicht mit Sicherheit feststellen.
Ebenfalls bei der Geselligkeit anwesend sind der Theaterregisseur Gerard (Giani Esposito), der gerade ohne jegliches Budget eine Off-Off-Aufführung von Shakespeares Perikles, Prinz von Tyrus zu Stemmen versucht und dessen kalt und abweisend wirkende Geliebte Terry (Françoise Prévost), die ebenfalls aus den Staaten stammt.
Vom charmanten Gerard prompt angezogen, tritt Anne der Theatergruppe bei, wird aber alsbald vom immer nervöser wirkenden Philip vor einer im Gange befindlichen Verschwörung gewarnt, die bereits Juan das Leben gekostet hat und nun auch Gerards Existenz gefährdet.
Auf eigene Faust und ohne wirkliche Unterstützung durch ihren etwas phlegmatisch wirkenden Bruder Pierre (François Maistre) will die junge Frau in ihrem Umfeld die wahren Umstände des vorzeitigen Todes Juans ermitteln, zumal dieser eine, nun verschwundene, Aufnahme einer von ihm selbst komponierten Filmmusik für Gerards Periklesstück in seinem Besitz hatte.
Doch umsomehr Anne selbst an eine Verschwörung zu glauben beginnt, desto verschwommener, aber drängender, werden die Hinweise aus ihrer Clique.
Ist Anne möglicherweise nur ein Opfer der Paranoia ihrer Umgebung, oder plant tatsächlich ein obskurer Feind seit Langem einen mörderischen Plot gegen die Pariser Bohème?


Wie fand ich's?: Bereits 1957 begann der, wie seine Freunde und Kollegen Truffaut, Godard und Chabrol zuvor für Cahiers du Cinéma als Kritiker tätige Jaques Rivette mit den Arbeiten zu seinem Langfilmdebüt. Damit sollte Paris nous appartient auf dem Papier zu den zuerst begonnenen Beiträgen der Nouvelle Vague gehören, doch bedurfte es schnell der finanziellen Hilfe seiner Kumpels Truffaut und Godard um den Film fertigzustellen, welche mit Les quatre cents coups (F 1959 R.: François Truffaut dt.: Sie küssten und sie schlugen ihn) und À bout de souffle (F 1960 R.: Jean-Luc Godard dt.: Außer Atem) zwar später gestartet waren, aber früher bei der Kritik und an den Kinokassen einschlugen und somit sowohl bei guter Laune als auch vermögend genug waren, dem Mitstreiter unter die Arme zu greifen. So arbeitete Rivette über drei Jahre lang an der Fertigstellung des Films, ständig bemüht Gelder aufzutreiben und seinen Cast bei der Stange zu halten, während Godard, Truffaut und Chabrol bereits Erfolge feierten und mit Preisen für ihre Werken überhäuft wurden.
Die Figur des leidenschaftlichen Theaterregisseurs Gerard, der gegen alle Widrigkeiten versucht seinen Perikles nach seinen Vorstellungen auf die Bühne zu bringen, mag also ein direktes Selbstbildnis Rivettes sein, und es grenzt an Galgenhumor, das eben jene Figur die Filmhandlung nicht überlebt. Außerdem gibt Gerard sehr früh im Film zu, dass Perikles (ein Stück zudem, dessen Autorenschaft nur zum Teil Shakespeare zugeschrieben wird und das in dessen Gesamtwerk als eher zweit- bis drittrangig klassifiziert wird) eigentlich in seiner fragmentarischen Erzählweise kaum für die Bühne geeignet ist. Ein weiterer bemerkenswerter Fall von Selbstreflexion, bemerkt der Zuschauer wohl schnell Rivettes Hang zu langen, vom Hauptplot abschweifenden Spielszenen, die teilweise improvisiert und aus dem Stegreif entstanden daherkommen und die Thrillerhandlung mehrfach (gewollt) unterbrechen und ausbremsen. Rivette sollten diesen Stil 1971 in seinem Mammutwerk Out 1 (F 1971) bis zum Exzess ausleben, einem weit über zwölf Stunden langen Opus, in dem (wer hätte das gedacht?) Theaterproben eine übergeordnete Rolle spielen...
Nimmt man den "spannenden" Teil von Paris nous appartient unter die Lupe, so erkennt man Motive, welche zum einen an Fritz Langs Mabuse-Filme (D/BRD 1922, 1933, 1960), zum anderen an den Film Noir, die Schwarze Serie, erinnern. Bei Lang (dessen Metropolis kurz ausschnittweise im Film auftaucht) findet man Paranoia und die Angst vor unheimlichen, omnipotenten Verschwörern, die auch die Intellektuellen bei Rivette zu bedrohen scheinen; im Film Noir tritt zudem immer wieder die Femme Fatale auf, jene mitunter tödliche Verführerin, deren Äquivalent in Paris nous appartient in der Figur der kühlen Amerikanerin Terry auftritt, eben jener Figur, die bis zum Schluss mehr zu wissen weiß als alle anderen und den Männern allein dadurch gefährlich wird, weil sie ihnen den Kopf verdreht.
Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass Rivette seine Hauptdarstellerinnen stets mit besonderer Liebe in Szene gesetzt hat und das lässt sich eben so hier wie auch z. B. in Céline et Julie vont en bateau - Phantom Ladies over paris (F 1974 dt.: Céline und Juli fahren Boot) erkennen, wobei ich hier etwas reumütig gestehen muss, diesen 2005 in einem OFDb-Kurzreview sehr ungerechtfertig mit 5 von 10 Punkten abgehandelt zu haben... Egal, Betty Schneider ist wunderbar als ebenso fragile wie beharrliche Hobbydetektivin, die herausfinden muss, dass die größten Verschwörungen immer im Kopf stattfinden und das wahre Böse oft ebenso banal wie profan ist. Leider war dies der vorletzte Kinoauftritt der Dame, welche bereits mit Tati, Belmondo und Ventura in Nebenrollen vor der Kamera gestanden hatte. 
Paris nous appartient ist mit seinen von vager Paranoia infizierten, entweder phlegmatisch in Straßencafés herumsitzenden oder euphorisch und engagiert dahinfiebernden Bohemiens natürlich auch ein Film seiner Zeit und deren Ängste. McCarthys Kommunistenjagd und die Hollywood Ten waren auch noch Ende der fünfziger Jahre präsent genug im Gedächtnis junger Intellektueller und es wird in einer Szene des Films sogar etwas sarkastisch direkt Bezug auf den 1957 verstorbenen McCarthy und dessen Beerdigung genommen.
Genauso sarkastisch ist der Titel des Films zu verstehen, dem direkt ein Zitat von Charles Péguy entgegen steht, was besagt, dass Paris gar niemandem gehöre. Zwar zeigt Rivette im Laufe der Handlung einige Wahrzeichen der Stadt, doch bleiben dem Zuschauer eher die spärlich möblierten Zimmer Annes und Philips im Gedächtnis oder die leeren Hausflure und Hintertreppen, in und auf denen viele Dialoge stattfinden.
Am Ende scheint dann doch noch etwas verhaltener Optimismus durch, wenn einer von Annes Mitstreitern aus der Theatergruppe sein Vorhaben äußert, weiterhin das Stück proben und aufführen zu wollen. Vielleicht sah der so vom Theater begeisterte Rivette ja zu diesem Zeitpunkt für seine eigenen, langwierigen Dreharbeiten endlich ein Licht am Ende des Tunnels...


Fazit: Ein leicht depressiver Trip durch die Seinemetropole, mithin mäandernd und dahindriftend, aber stets faszinierend und beinah hypnotisch.

Punktewertung: 9,5 von 10 Punkten

Montag, 16. Juli 2012

Blutsauger unterm Eiffelturm

Der Vampir von Notre Dame (I Vampiri)
I 1956
R.: Riccardo Freda/Mario Bava


Worum geht's?: Junge Frauen verschwinden in der Seinemetropole spurlos und werden einige Tage später ohne einen Tropfen Blut im Leib tot aufgefunden.
Die Presse spricht bereits von einem Vampir und der fesche Journalist Pierre (Dario Michaelis) hat sich in den Kopf gesetzt, den Täter ausfindig zu machen.
Bei seiner Recherche trifft er auf die Schülerin Lorette (Wandisa Guida), welche jedoch schon bald ebenfalls verschwindet.
Was Pierre noch nicht weiß: die Spur führt zu seiner alten Flamme Giselle (Gianna Maria Canale), welche die Nichte der wohlhabenden Duchesse du Grand ist und die sich noch immer nach dem abweisenden Reporter verzehrt.
Doch neben der Schönheit ist auch noch ihr Onkel, der sinistere Dr. Julien du Grand (Antoine Balpêtré), sowie ein Drogensüchtiger namens Joseph (Paul Muller) in die unheimlichen Todesfälle verstrickt, wobei Letzterer schnell Pierres Augenmerk auf sich zieht.
Wird es unserem Helden gelingen die Blutsauger ausfindig zu machen, bevor sie weitere Opfer fordern?


Wie fand ich's?: Riccardo Freda wettete mit den Produzenten des Films, dass er diesen Film in nur einem Dutzend Tage abdrehen könnte. Nach zehn Tagen warf der erfahrene Regisseur jedoch das Handtuch und sein ungemein talentierter Kameramann namens Mario Bava sollte den Film in der Zeit fertigstellen.
So die wahre Legende um die Entstehung des ersten Horrorfilms nach dem repressiven Regime des Duce.
Man muss nämlich wissen, dass während der Herrschaft des Faschisten Mussolini, die Produktion von Gruselfilmen in Italien praktisch tabu war, das Volk hatte den Horror bereits vor der eigenen Tür und sollte ihn nicht auch noch im Kino vorfinden.
So dauerte es eine gute Dekade, bis Riccardo Freda und Mario dem Genre auch im Lande der Pasta und des Vino wieder neue Geltung verschaffen konnten.
Dabei war I Vampiri ein Flop an den Kinokassen; das Volk war wohl tatsächlich noch nicht wieder reif für die spannende, an die Person Elisabeth Barthory angelehnte, Story, welche so großartig Mad-Scientist-Elemente mit Gothic-Horror mischt und bereits in einigen Szenen (man nähme nur die Entführung der Tänzerin) das von Bava sieben Jahre später mit La ragazza che sapeva troppo (vgl.  http://dieseltsamefilme.blogspot.de/2012/05/girl-who-knew-too-much-la-ragazza-che.html) initiierte Genre des Giallo vorwegnimmt.
Neben den tollen, aufwändigen Sets, welche durchaus mit teuren US-Produktionen der Zeit mithalten konnten, weiß auch die Besetzung zu überzeugen.
Gianna Maria Canale füllt ihre Rolle als feurige Verführerin mit finsterem Geheimnis sehr gut aus, obwohl man hier als Freund des Genres etwas die später unvermeidliche und allgegenwärtige Barbara Steele vermisst.
Hauptdarsteller Dario Michaelis hingegen wirkt als einziger Darsteller etwas hölzern und limitiert, spielt aber motiviert genug, um dies wieder wettzumachen.
In der Nebenrolle des drogensüchtigen Joseph Signoret kann der Trash-Kenner einen jungen Paul Müller, der zurecht als Veteran des Exploitationkinos bezeichnet werden kann. Neben Rollen bei Jess Franco, Tinto Brass oder Amando de Ossorio, konnte man den Schweizer Müller, welcher meist unter dem im Ausland besser aussprechbaren Pseudonym Paul Muller spielte, auch in deutschen Serien wie Derrick, Der Alte oder Der Kommissar sehen.
Die Story mag für heutige Verhältnisse zwar sehr vorhersehbar ablaufen, doch unterstreicht gerade das in meinen Augen noch den nostalgischen Charme. Ich persönlich wusste nach etwa fünfzehn Minuten, was bzw. wer sich hinter den Vampiren verbirgt, sah dies allerdings nicht als extrem negativ an, was die übrigen, oben genannten Qualitäten des Films eigentlich nur bestätigt.


Fazit: Für Bava-Fans unverzichtbarer, toll ausgestatteter Old-School-Grusel! In der besten aller möglichen Welten liefe so was ständig im Nachtprogramm!

Punktewertung: 8,25 von 10 Punkten