Egal ob Exploitation, Gialli, Horror oder Sci-Fi...
Von Grindhouse bis Arthouse...
Besprechungen übersehener, unterbewerteter oder obskurer Werke der Filmgeschichte!

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Freitag, 26. Dezember 2014

The Twilight Blog #12 - Was man so braucht...

The Twilight Zone - Staffel 1, Episode 12
What You Need (dt.: Der Hausierer)
B.: Rod Serling nach einer Geschichte von Lewis Padgett
R.: Alvin Ganzer
US-Erstausstrahlung: 25. Dezember 1959 (BRD: ?)


Die Story: Der freundliche Straßenhändler Pedott (Ernest Truex) zieht unglücklicherweise das Interesse des Kleinkriminellen Renard (Steve Cochran) in einer Bar auf sich, als der abgebrannte Renard verblüfft erkennt, dass der Hausierer die Bedürfnisse anderer Leute vorhersieht, noch bevor diese ihrer selbst gewahr werden. Schon bald bahnt sich eine tödliche Situation zwischen den beiden, ungleichen Männern an.


Das Zwielicht durchbrochen: Bei dieser Episode verschmilzt eine überdurchschnittlich gute Story (aus der Feder des Ehepaars Kuttner und Moore unter ihrem gemeinsamen Pseudonym Lewis Padgett) mit einer überdurchschnittlichen schauspielerischen Gesamtleistung, was diese Episode insgesamt aus dem Gros der Folgen heraushebt.
Ist es in der Kurzgeschichte noch eine Maschine, welche die Bedürfnisse der Leute erkennt, so scheint auch hier Serlings Liebe für die kleinen Leute durch, und wie in One for the Angels (S.1/E.2) steht ein grundsympathischer Hausierer im Mittelpunkt der Story, der hier zwar nicht vom Deiwel in Person bedrängt wird, aber es immerhin mit einem wahrlich bedrohlich aufspielenden Steve Cochran zu tun bekommt.
Cochran (*1917; †1965) war Zeit seiner Karriere so etwas wie der ewige Nebendarsteller, den man besonders als Fan von Western und Gangsterfilmen der 40er und 50er Jahre in zahlreichen Filmen wahrgenommen haben kann, dessen bekannteste Rolle aber die des Big Ed in Raoul Walshs Meisterwerk White Heat (USA 1949 dt.: Maschinenpistolen) war. Cochran verstarb 1965 an einer verschleppten Lungenentzündung auf seiner Jacht vor der Küste Guatemalas, wo seine Leiche in Gesellschaft dreier, weiblicher Assistenten über eine Woche lang dahinsegelte, weil keine der Damen wusste, wie man ein Segelboot navigiert. Manchmal kommt die Realität der Twilight Zone halt erschreckend nahe...


Episodenwertung: ***,75/5

Freitag, 12. September 2014

The Twilight Blog #11 - Wie weggezaubert!

The Twilight Zone - Staffel 1, Episode 11
And When the Sky Was Opened (dt.: Testflug)
B.: Rod Serling, basierend auf einer Kurzgeschichte von Richard Matheson
R.: Douglas Heyes
US-Erstaustrahlung: 11. Dezember 1959 (BRD: 5. Juni 1971 beim BR unter dem Serientitel: Geschichten, die nicht zu erklären sind)


Die Story: Drei US-Testpiloten verschwinden mit ihrer experimentellen Flugmaschine beim Eintritt ins All kurzzeitig vom Radar, bevor sie nach einem Crash in der Mojavewüste zunächst ins Krankenhaus eingeliefert werden. Während Major Gart (Jim Hutton) mit einem Bruch das Bett hüten muss, werden seine Kollegen Forbes (Rod Taylor) und Harrington (Charles Aidman) umgehend entlassen. Als jedoch Harrington in einer Bar, die er zusammen mit Forbes besucht, sich plötzlich unter seltsamen Umständen buchstäblich in Luft auflöst, wird klar, dass man in dieser Welt nicht nur spurlos vom Radar verschwinden kann...


Das Zwielicht durchbrochen: Rod Taylor erreicht seine Final Destination in dieser Episode der Twilight Zone. Taylor (*11.01.1930), der schon mit der Zeitmaschine reiste, sich einer tödlichen Schar Vögel gegenübersah und zuletzt für Tarantino Winston Churchill als unrühmlichen Bastard zum Besten gab, verliert in dieser Episode auf so wundervolle Art die Nerven, dass er die Episode praktisch im Alleingang über die Ziellinie trägt.
Die Story basiert auf einer Kurzgeschichte des schon bald zum festen Schreiberensemble der Twilight Zone gehörenden Richard Matheson (*1926; †2013), der später noch Scripts für solche legendären Episoden wie Nightmare at 20,000 Feet und Steel nachliefern sollte und dessen Romane I Am Legend und The Shrinking Man allein zahlreiche Genreklassiker beeinflussten. Die dieser Folge lose zugrunde liegende Short Story Disappering Act erreicht zwar nicht die Größe dieser Vorlagen, doch ist eine durchschnittliche Geschichte Mathesons oft bei Weitem besser als die vieler seiner Kollegen.
Tatsächlich nahm Serling nur Mathesons Grundidee einer Person, deren Menschen im Umfeld einer nach dem anderen spurlos verschwinden, und ergänzte sie um einen Science-Fiction-Aspekt. Leider wirkt gerade dieses Element heute etwas obsolet, hat doch der bemannte Raumflug längst praktisch jeglichen Schrecken verloren und sind uns allen Bilder und Aufnahmen des Weltalls durchaus geläufig. So nimmt Serlings Adaption von Mathesons Story zwar fast schon die Grundidee des Final Destination Franchise (USA/CAN 2000-2011) vorweg, lässt den Zuschauer jedoch nach dem Ende vielleicht etwas unbefriedigt zurück.
Trotzdem ist And When the Sky Was Opened ein (kleines) Highlight der ersten Staffel und eine (wohl nicht nur) von mir immer wieder gern gesehene Episode.


Episodenbewertung: ****/5

Mittwoch, 20. August 2014

The Twilight Blog #10 - Treffer, versenkt!

The Twilight Zone - Staffel 1, Episode 10
Judgment Night (dt.: Das Geisterschiff)
B.: Rod Serling
R.: John Brahm
US-Erstausstrahlung: 04. Dezember 1959 (BRD: ?)


Die Story: Der Zweite Weltkrieg. Ein britisches Passagierschiff bahnt sich seinen Weg durch die neblige Nacht.
An Bord auch eine nervöse Person (Nehemiah Persoff), der die von deutschen U-Booten verseuchten Gewässer unheimlich bekannt vorkommen - doch dessen Warnungen niemand hören will. Stattdessen wundert sich die Mannschaft, wer dieser verwirrte Mann mit ausländischem Akzent nur ist, und woher er die detaillierte Kenntnisse über die unter dem Wasser lauernde Bedrohung besitzt.


Das Zwielicht durchbrochen: Nach einem kurzen Intermezzo Charles Beaumonts kehrte Rod Serling als Drehbuchautor zurück und jagte eine Geschichte von Schuld, Vergeltung und Kriegsverbrechen durch die heimischen Kathodenstrahlröhren.
Judgment Night sollte als erste Episode ein Setting zu Kriegszeiten aufweisen, und es sollte nur neun Folgen dauern bis The Purple Testament (ebenfalls von Serling) uns erneut die Schrecken des Krieges vor Augen hielt.
Regie führte hier erstmals der deutschstämmige John Brahm (die bereits zuvor ausgestrahlte Kultepisode Time Enough at Last wurde etwas später produziert) und die Hauptrolle übernahm der in Jerusalem geborene Nehemiah Persoff, ein bis zur Jahrtausendwende viel beschäftigter Fernsehdarsteller. Persoffs (*1919; andere Quellen: 1920) bekannteste Kinofilmrolle mag die des Little Bonaparte in Wilders Meisterwerk Some Like It Hot (USA 1959 dt.: Manche mögen's heiß) sein, sein Wikipediaeintrag gibt sogar an, er sei die einzige heute noch lebende Person unter den im Abspann erwähnten Darstellern.
Hierzulande bekannter als Persoff, dürfte der durch seine Rolle des John Steed in der britischen Kultserie The Avengers (GB 1961-1969 dt.: Mit Schirm, Charme und Melone) auch in Deutschland zu enormer (mittlerweile allerdings wohl wieder verblasster) Popularität gelangte Patrick Macnee sein, der in einer Nebenrolle als Crewmitglied McLeod nur wenig Talent zeigen darf.
Inhaltlich erinnert diese überdurchschnittliche Folge ein wenig an die antifaschistischen Propagandafilme der USA, nur dass hier natürlich die obligatorischen Mysteryelemente der Twilight Zone und Serlings Moralempfinden zusätzlich in den Mix gelangten.


Episodenbewertung: ****/5

Montag, 18. August 2014

The Twilight Blog #9 - Vorsicht: Traumfrau!

The Twilight Zone - Staffel 1, Episode 9
Perchance to Dream (dt.: Die Macht der Träume)
B.: Charles Beaumont
R.: Robert Florey
US-Erstaustrahlung: 27. November 1959 (BRD: 27.11.1991 - also exakt 32 Jahre später...)


Die Story: Edward Hall (Richard Conte) hat nicht nur ein schwaches Herz, sondern auch prekäre Träume. So erzählt er dem Psychiater Dr. Rathman (John Larch), dass er in seinen Träumen seit einiger Zeit von einer animalischen Schönheit (Suzanne Lloyd) verfolgt wird und Hall davon ausgeht, dass sein nächstes Entschlafen endgültig sein könnte...


Das Zwielicht durchbrochen: Dies ist die erste Folge, deren Drehbuch nicht von Rod Serling verfasst wurde, und es fällt dem geneigten Zuschauer vermutlich zunächst nicht einmal auf.
Perchance to Dream basiert auf der exzellenten Idee die Hauptfigur den eigenen und natürlich irgendwann unumgänglichen Schlaf fürchten zu lassen; eine Idee die auch das über Jahrzehnte erfolgreich Nightmare on Elm Street Franchise verwendet, wenngleich Wes Craven angab, nicht von Charles Beaumonts Story beeinflusst worden zu sein.
Eben jener Charles Beaumont (*1929; †1967) sollte nach dieser Episode nicht nur mehr als ein Dutzend weitere Storys für The Twilight Zone abliefern, darunter auch einer der Höhepunkte der zweiten Staffel mit dem schönen Titel The Howling Man, weiterhin war er zu dieser Zeit auch maßgeblich an Drehbüchern zu Filmklassikern wie 7 Faces of Dr. Lao (USA 1964 R.: George Pal dt.: Der mysteriöse Dr. Lao) oder dem hier bereits zuvor besprochenen Night of the Eagle beteiligt, um nur zwei zu nennen.
Beaumont verstarb leider früh (mit nur 38) an einer "seltsamen Hirnerkrankung", hat aber in seinen wenigen Lebensjahren ein recht eindrucksvolles Gesamtwerk hinterlassen. Dazu gehört auch das Script zur hier besprochenen neunten Folge der Twilight Zone, welches auf einer gleich betitelten Kurzgeschichte Beaumonts basiert, die 1958 im Playboy abgedruckt worden war.
Richard Conte brilliert als nervliches Wrack, das sich von einer wahrlich animalischen Suzanne Lloyd in seinen Träumen gestalked sieht. Regie führte routiniert Robert Florey (*1900; †1979), der im zarten Alter von 29 Jahren den allerersten Film der Marx Brothers, The Cocoanuts (USA 1929 R.: Florey/Joseph Santley), aus der Taufe gehoben hatte.
Insgesamt ist diese Folge also ein erfolgreiches, erstes Zeichen dafür, dass The Twilight Zone nicht notwendigerweise die schreiberischen Talente Rod Serlings benötigte. Ob man Beaumonts Geschichte als Flucht eines Mannes vor seiner eigenen Sexualität oder Suzanne Lloyds Figur als Succubus ansieht: Perchance to Dream trifft sein Publikum mit traumwandlerischer Leichtigkeit.


Episodenbewertung: ****/5

Samstag, 9. August 2014

The Twilight Blog #8 - Wenn geschliffenes Glas bricht...

The Twilight Zone - Staffel 1, Episode 8
Time Enough at Last (dt.: Alle Zeit der Welt)
B.: Rod Serling, basierend auf einer Kurzgeschichte von Lyn(n) Venable
R.: John Brahm
US-Erstausstrahlung: 20. November 1959 (BRD: 20.11.1991)


Die Story: Henry Bemis (Burgess Meredith) ist ein scheuer Bücherwurm, der selbst an seiner Arbeitsstelle, einem Bankschalter, nur für Sekunden den Blick von den Seiten seiner Bücher nehmen kann. Gerade im Tresorraum in einem Dickens vertieft wird er unversehens der vielleicht letzte Mensch auf Erden, und während die Welt um ihn herum schon zerbrochen ist, zerbricht die Seine, als zerbricht, was nun nicht mehr zu ersetzen scheint.


Das Zwielicht durchbrochen: Dies ist vermutlich eine der international populärsten Folgen der Twilight Zone, welche es regelmäßig gleichermaßen in die Bestenlisten von Fans und Kritikern schafft. Das mag zum einen an der einprägsamen, simplen Pointe der Geschichte liegen, zum anderen liefert Hauptdarsteller Burgess Meredith eine eindrucksvolle Darbietung als ebenso liebenswerter wie verschrobener Büchernarr ab, der sich ständig beim Lesen den Ablenkungen des Alltags erwähren muss, die täglich in den Formen von Chef, Kunden und Ehefrau daherkommen.
Serlings Drehbuch basiert hier zum ersten Mal nicht auf einer eigenen Idee, sondern auf der sehr kurzen Short Story gleichen Titels aus der Feder einer Literatin namens Marylin Venable, deren (androgyner) Künstlername Lynn mal mit einem, mal mit zwei "n" geschrieben wird. Venable behauptet in einem Interview mit den San Jose Mercury News aus dem Jahr 2012, dass Serling ihre Geschichte Ende der 50er Jahre für $500 kaufte, sie aber nie Serling persönlich traf oder gar irgendwelche spätere Tantiemen für ihr berühmtes Werk erhalten hat. Ihre wenigen weiteren Geschichten sind mehr oder minder dem völligen Vergessen anheimgefallen und die sich selber als hemmungslose Leserin bezeichnende Venable freut sich im Rückblick allein über die Tatsache, dass Serling ihre Story absolut getreu adaptierte.
Regie führte John Brahm (*1893; †1982), ein bereits zu Zeiten des Film Noir viel beschäftigter, deutscher Immigrant, dessen Vornamen eigentlich Hans und Julius waren und der 1933 zusammen mit seiner Gattin vor den Nazis über Frankreich und England schließlich ins vermeintliche Land der unbegrenzten Möglichkeiten geflüchtet war. Brahm sollte in den 50er und 60er Jahren praktisch unablässig fürs US-TV arbeiten und so auch genau bei einem Dutzend Folgen von The Twilight Zone den Regiestuhl besetzen.
Ich für meinen Teil, weiß Time Enough at Last als Fan der Serie natürlich durchaus zu schätzen, doch möchte ich nur vier von fünf möglichen Punkten vergeben, da ich dieser Episode aufgrund ihrer Einfachheit über die Zeit hinweg doch etwas überdrüssig geworden bin. Darum meine eher verhaltene Wertung - Neulingen der Serie möchte ich diesen legendären Klassiker aber trotzdem ans Herz legen.


Episodenwertung: ****/5

The Twilight Blog #7 - Frust und Lust im Asteoritenknast

The Twilight Zone - Staffel 1, Episode 7
The Lonely (dt.: Gefangen in der Einsamkeit)
B.: Rod Serling
R.: Jack Smight
US-Erstausstrahlung: 13. November 1959 (BRD: keine TV-Ausstrahlung)


Die Story: James A. Corry (Jack Warden) muss wohl für eine besonders schwere Untat büßen, hat man ihn doch gleich für ein halbes Jahrhundert allein auf einem Asteroiden ausgesetzt. Hin und wieder bringt ein Versorgungsraumschiff unter der Leitung des freundlichen Captain Allenby (John Dehner) dem Häftling das Nötigste und eines Tages sogar einen weiblichen Roboter (Jean Marsh), um Corry vor dem drohenden Wahnsinn zu bewahren. Was Allenby jedoch nicht ahnt: Die Illusion einer menschlichen Partnerin kann ganz neue Probleme aufwerfen!


Das Zwielicht durchbrochen: Vollkommen allein gelassen kann der Mensch schnell an seine geistigen Grenzen gelangen - zu dieser Erkenntnis kam bereits die allererste Episode der Twilight Zone mit dem bezeichnenden Titel Where Is Everybody?, und zu dieser Einsicht gelangt auch die hier besprochene siebte Folge der ersten Staffel. Tatsächlich wurde diese Episode direkt nach dem Pilotfilm abgedreht und wohl aufgrund der inhaltlichen Gleichheit erst einige Folgen später ausgestrahlt.
Leider muss ich aber sowohl The Lonely wie auch schon der Pilotfolge zuvor eine etwas unschöne Alterung bescheinigen. The Lonely wurde, was die Außenaufnahmen betrifft, strapaziös im Death-Valley-Nationalpark gedreht und die Mojavewüste soll auch diesmal ihren Gästen nichts geschenkt haben. Leider liegt hier aber auch einer der Schwachpunkte der Episode: Neben Sand und Steinen oder dem spartanischen Inneren von Corrys Wellblechhütte gibt es ausser den Darstellern keine weiteren Schauwerte, was umso mehr ins Gewicht fällt, ist die Story von The Lonely doch in Teilen noch um einiges vorhersehbarer als die von Where Is Everybody? und wirkt insgesamt ein wenig unspektakulär.
Trotzdem ist es schön Charakterkopf Jack Warden (*1920; †2006) jede Szene an sich reißen zu sehen, da hat auch die schöne Jean Marsh (die hier etwas Yvonne De Carlo ähnelt) nur wenige Chancen einmal glänzen zu können.
Erstaunlicherweise wurde diese Folge nie im deutschen Fernsehen ausgestrahlt, ein Schicksal, welches sie mit der gesamten vierten Staffel und einigen weiteren, späteren Episoden teilt.


Episodenbewertung: ***/5

Montag, 4. August 2014

The Twilight Blog #6 - Alle Schlupflöcher gut verstopft...

The Twilight Zone - Staffel 1, Episode 6
Escape Clause (dt.: Die Rücktrittsklausel)
B.: Rod Serling
R.: Mitchell Leisen
US-Erstaustrahlung: 06. November 1959 (BRD: 09.02.1996)


Die Story: Der leidenschaftliche Hypochonder Walter (David Wayne) erbittet in einem Anflug von tiefer Larmoyanz bei seinem Schöpfer das Geschenk der Unsterblichkeit. Als ihm ausgerechnet der diabolische Herr Cadwallader (Thomas Gomez) einen teuflischen Vertrag anbietet, bedenkt Walter leider nicht alle Eventualitäten...


Das Zwielicht durchbrochen: Mit Folge Numero 6 gelangt endlich das Element der makabren Pointe in die Twilight Zone.
Wie in The Sixteen-Millimeter Shrine ist die Hauptperson nur wenig sympathisch und mit einem starken Hang zum Größenwahn gesegnet. Wo Ida Lupino jedoch noch Rückzug in ihre alten Filme nehmen konnte, bleibt Walter Bedeker nichts anderes übrig, als sein eigenes Ende zu akzeptieren. Sicher erscheint dieser Twist moralisch akzeptabel (wir reden hier immerhin von einem Deal mit dem Deibel persönlich - das kann ja gar nicht gut enden...), doch hatte man gerade nach dem sehr versöhnlichen Schluss der vorangegangen Episode Walking Distance wohl doch noch auf ein Happy End gehofft...
Pustekuchen! Serling benutzt das komödiantische Talent seines Hauptdarstellers David Wayne (*1914; †1995), der hierzulande einigen wohl lediglich aus The Andromeda Strain (USA 1971 R.: Robert Wise dt.: Andromeda - Tödlicher Staub aus dem All) bekannt sein dürfte, um einerseits beim Zuschauer Sympathien für den von Wayne verkörperten Schuft zu wecken und so andererseits der zynischen Schlusspointe noch mehr Schlagkraft verleihen zu können.
Insgesamt ist Escape Clause somit ein erster, gelungener Vorstoß in die etwas garstigeren Gefilde der Twilight Zone, in die wir uns schon bald erneut in diesem Blog begeben werden.



Episodenbewertung: ****/5

Donnerstag, 31. Juli 2014

The Twilight Blog #5 - Wege in eine bessere Vergangenheit

The Twilight Zone - Staffel 1, Episode 5
Walking Distance (dt.: Vielleicht in einer Sommernacht)
B.: Rod Serling
R.: Robert Stevens
US-Erstaustrahlung: 30. Oktober 1959 (BRD: 02.02.1996)


Die Story: Durch Zufall an einer Tankstelle nahe seiner Heimatstadt angelangt, beschließt der vom Leben ermattete Geschäftsmann Martin Sloane (Gig Young) dieser einen Besuch abzustatten. Was Martin Sloane nicht ahnt: Ein kurzer Fußmarsch wird zur Reise in seine eigene Vergangenheit.


Das Zwielicht durchbrochen: Nach nur fünf Folgen kommt es nun zur ersten Vergabe der Höchstpunktzahl. Walking Distance ist aber nicht allein eine meiner ganz persönlichen Lieblingsepisoden, sie fand auch Aufnahme auf einer kürzlich zum 55. Geburtstag in den USA veröffentlichten Doppel-DVD-Edition mit dem bezeichnenden Titel The Twilight Zone - Essential Episodes.
Wie auch in fast allen der vier vorangegangenen Folgen ist der Ton stark sentimental und nostalgisch geprägt, ja, man kann sogar sagen, dass dieser Trend in Walking Distance seinen Höhepunkt erreicht, bevor man sich danach (endlich) auch anderen Themen zuwendete. Insoweit ist Walking Distance der filmgewordene Beweis dafür, dass Serling nach fünf Storys nun seinen eigenen Stil perfektioniert hatte und es auch eigentlich längst nicht mehr nötig hatte die Ideen anderer zu plagiieren (wie direkt zuvor noch in The Sixteen-Millimeter Shrine).
Serlings Geschichte ist eine wunderbar melancholische Warnung für all jene unter uns, die lieber in der eigenen Vergangenheit als in der Gegenwart leben würden, und zeigt elegant wie man ein recht schweres Thema in nur fünfundzwanzig Minuten Laufzeit gekonnt auf den Punkt bringen kann.
Der später für seine Rolle in They Shoot Horses, Don't They? (USA 1969 R.: Sydney Pollack dt.: Nur Pferden gibt man den Gnadenschuß) mit dem Oscar ausgezeichnete Gig Young (*1913; †1978) verkörpert den disillusionierten Businessmann perfekt und sein späteres, persönliches Schicksal (Young, 1978 schon lange von Trunksucht und Depressionen heimgesucht, tötete sich und seine vierunddreißig Jahre jüngere, fünfte Gattin nach dreiwöchentlicher Ehe mit einer Schusswaffe) verstärkt heute im Rückblick nur noch mehr den tragischen Ton der Geschichte.
In einer Kinderrolle ist ein damals fünfjährige Ron Howard zu sehen, der heute große Erfolge als Regisseur, Produzent und hin und wieder immer noch als Gelegenheitsschauspieler feiert.


Episodenbewertung: *****/5

Donnerstag, 24. Juli 2014

The Twilight Blog #4 - Stars zum vergessen

The Twilight Zone - Staffel 1, Episode 4
The Sixteen-Millimeter Shrine (dt.: 16 mm Traumwelt)
B.: Rod Serling
R.: Mitchell Leisen
US-Erstausstrahlung: 23.10.1959 (BRD: 26.01.1996)


Die Story: Die Glanzzeiten der Hollywooddiva Barbara Trenton (Ida Lupino) sind schon lang vorbei, ihr Ruhm ist längst verblasst. Ihre Zeit verbringt sie mit dem Anschauen ihrer alten Filme, ihre einzigen Kontakte zur Außenwelt sind das Hausmädchen und ihr Agent Danny Weiss (Martin Balsam), welche jedoch auch nicht den vergessenen Star vom ultimativen Rückzug ins Reich der Erinnerungen abhalten können.


Das Zwielicht durchbrochen: Seufz. Ich würde diese Episode wirklich gern besser besprechen, doch leider ist sie für mich der erste wahre Tiefpunkt der Serie, welche jedoch (soviel sei hier vorweg verraten) schon mit der nächsten Episode einen wahren, ersten Klassiker bietet.
Ida Lupino, eine der großen Damen des Film Noir, stand während ihrer Karriere des Öfteren nicht nur vor, sondern als Regisseurin auch mehrfach hinter der Kamera und so sollte auch ihr der Ruhm zuteilwerden, die einzige Person zu sein, welche nicht nur in einer Episode der Twilight Zone als Darsteller mitwirkte, sondern auch die Regie bei einer anderen übernahm. Dies sollte zwar erst zum Ende der Serie bei der 25. Episode der fünften Staffel mit dem Titel The Masks der Fall sein, doch sollte diese dafür inhaltlich um einiges spannender sein, als diese trotz ihrer Laufzeit von nur 25 Minuten immer noch langatmige Version von Wilders Meisterwerk Sunset Blvd. (USA 1950 dt.: Boulevard der Dämmerung), welche man um ein recht vorhersehbares, übernatürliches "Überraschungsende" aufgewertet hat.
Dass ich kein Freund von Remakes bin, mag sich unter den Lesern dieses Blogs bereits herumgesprochen haben, und ich kann mir auch bei The Sixteen-Millimeter Shrine nicht helfen - das riecht verdammt nach Kopie... Ein Vorfall, der innerhalb dieser Serie besonders sonderbar wirkt, kommen wir doch schon bald zu Folgen, welche mehr oder weniger eindeutig spätere Film- und Fernsehproduktionen beeinflusst zu haben scheinen.
Trotz des äußerst schwachen Inhalts stimmt zumindest die handwerkliche Seite. Darstellerisch hingegen würde ich mir wünschen Frau Lupino (*1918; †1995) hätte doch noch ein bisschen mehr bei Gloria Swanson abgekupfert und würde ihrem Affen etwas mehr Zucker geben...
Insgesamt also eine sehr schwache Episode, welche die folgende dafür aber nur umso mehr herausragen lässt. Man darf also gespannt sein!


Episodenbewertung: **/5

Dienstag, 22. Juli 2014

The Twilight Blog #3 - Der Revolverheld und das Schicksal

The Twilight Zone - Staffel 1, Episode 3
Mr. Denton on Doomsday (dt.: Mr. Dentons zweite Chance)
B.: Rod Serling
R.: Allen Reisner
US-Erstausstrahlung: 16.10.1959 (BRD: 19.01.1996)


Die Story: Der Wilde Westen. Al Denton (Dan Duryea) war noch vor Jahren ein bekannter Revolverheld; heute hat der Dämon Alkohol von ihm vollends Besitz genommen. Doch nun ist das personifizierte Schicksal in Form des reisenden Händlers Henry J. Fate (Malcolm Atterbury) in die Stadt gekommen und gewährt Mr. Denton eine letzte Chance.


Das Zwielicht durchbrochen: Willkommen zur ersten Episode der Twilight Zone, die nicht in der Gegenwart (also Ende der 50er Jahre) spielt, sondern die Handlung stattdessen in die staubigen Zeiten des Wilden Westens verlegt. Dies sollte im Laufe der Serie noch öfters stattfinden (u. a. in der recht bekannten Folge A Hundred Yards Over the Rim in der nächsten, zweiten Staffel), und dies meist mit einem interessanteren Ergebnis als hier.
Tatsächlich kann ich nicht mal genau sagen, was mir an Mr. Denton on Doomsday missfällt und diese Episode in die Mitte meiner Wertungsskala rücken lässt. Die Inszenierung ist durchaus als sehr solide zu bezeichnen, ebenso die darstellerischen Leistungen. Besonders hinweisen möchte ich hier auf einen jungen Martin Landau in einer Rolle als unsympathischen Rüpel und auf einen Auftritt Doug McClures, der nicht nur der kultigen Figur des Troy McClure in der Serie The Simpsons ihren Nachnamen gab, sondern auch dessen Äußeres mitprägte.
Was ist es also, was mir an dieser Folge nicht so recht gefällt? Vielleicht ist es die bis zu ihrem finalen Plottwist doch vollkommen vorhersehbare Story. Vielleicht ist es auch Malcolm Atterbury, der mich in der Rolle des fleischgewordenen Schicksals einfach nicht genug beeindrucken kann.
In der Tat reden verschiedene Quellen davon, dass Serlings Drehbuch ursprünglich klarer als Komödie konzipiert war und die Hauptfigur in dieser Version ein schwächlicher Schullehrer gewesen sein soll. Ob dies der eher schwachen Story besser getan hätte, lasse ich hier einmal dahingestellt.
Egal, Mr. Denton on Doomsday ist sicher keine schlechte Episode und stellt lediglich einen (ersten) leichten Tiefpunkt innerhalb einer bald schon beginnenden Serie von allesamt sehr imposanten Folgen dar. Allerdings müssen wir um zu diesen zu gelangen erst noch an der nächsten Episode vorbei...
Mr. Denton on Doomsday wurde am 16. Oktober 1959 in den USA erstausgestrahlt. Die deutsche Fernseherstauswertung geschah am 19. Januar 1996 durch TV München. Dies ist außerdem eine von insgesamt nur drei Episoden, welche einen nachträglich abgeänderten Titelvorspann mit einem großen, geschminkten, weiblichen Auge aufweisen.


Episodenbewertung: ***/5

Montag, 21. Juli 2014

The Twilight Blog #2 - Zeit zu gehen...

The Twilight Zone - Staffel 1, Episode 2
One for the Angels (dt.: Das Geschäft mit dem Tod)
B.: Rod Serling
R.: Robert Parrish
US-Erstausstrahlung: 09.10.1959 (BRD: 13.11.1991)


Die Story: Sommer. Die Gegenwart. Der nette Straßenhändler Lou Bookman (Ed Wynn) bekommt einen unangenehmen neuen Kunden: den Tod (Murray Hamilton)!


Das Zwililicht durchbrochen: Bereits die zweite Folge der Serie stellt einen ersten, kleineren Höhepunkt dar, stimmen hier doch Story, Inszenierung und Schauspielleistung bereits auf hohem Niveau überein.
Das von Serling selbst verfasste Drehbuch ist zugleich komisch, tragisch, spannend und zuletzt wunderbar sentimental und Regisseur Robert Parrish (der auch neben anderen an der bizarren Bondparodie Casino Royale aus dem Jahr 1967 mitgearbeitet hatte) liefert wundervolle Bilder von den stimmungsvollen (MGM-)Studiosets.
Ed Wynn (*1886; †1966) stellt sich als wahre Traumbesetzung für die Rolle des kinderlieben Straßenhändlers heraus und Murray Hamilton schafft gar das Kunststück, seiner zunächst bürokratisch-bedrohlichen Figur doch noch eine menschlich-sympathische Nuance zu verleihen.
Bereits in One for the Angels wird Serlings philanthropische, wenn nicht gar christlich-karitative Weltsicht stark deutlich, der Hauptcharakter ist ein umgänglicher Kinderfreund, der bereit ist für das durch ihn aus rein menschlichem Handeln entstandene Dilemma, unverzüglich Konsequenzen zu ziehen. Zwar erscheint mir die Lösung etwas zu einfach (was mich auch letztendlich zu meiner verhaltenen Schlussbewertung bewog), doch gelingt hier bereits ein ansonsten vollkommen rundes Einzelteil einer Serie, die damit bereits früh zu Topform aufläuft.
One for the Angels wurde am 9. Oktober 1959 von CBS in den USA ausgestrahlt; hierzulande musste man sich bis zum 13. November 1991 gedulden, bis Pro7 sie als erste Episode einer neuen Reihe von Unwahrscheinlichen Geschichten endlich auch einem deutschen Publikum zeigte.


Episodenbewertung: ****/5

Sonntag, 20. Juli 2014

The Twilight Blog #1 - So allein...

The Twilight Zone - Staffel 1, Episode 1
Where is Everybody? (dt.: Die leere Stadt)
Buch: Rod Serling
R.: Robert Stevens 
US-Erstausstrahlung: 02.10.1959 (BRD: 25.10.1961 in der ARD)


Die Story: Ein junger Mann (Earl Holliman) findet sich unvermittelt in einer vollkommen verlassenen, staubigen US-Kleinstadt wieder. Kann er einen Weg aus diesem Albtraum finden?



Das Zwielicht durchbrochen: Dieser Pilotfilm war nicht ursprünglich als solcher vorgesehen, sollte doch eigentlich zunächst an seiner Stelle ein Script namens The Time Element (USA 1958 R.: Allen Reisner) benutzt werden, mit dem Serling bereits einige Zeit hausieren war. Dieses Drehbuch sah bereits einige Trademarks der später realisierten Twilight Zone vor, wurde jedoch nach dem Kauf vom Sender CBS erst einmal zur Seite gelegt und am 24. November 1958 schließlich als sechste Folge der Reihe Westinghouse Desilu Playhouse (USA 1958-1960) ausgestrahlt, etwa ein Jahr bevor Serlings eigene Serie The Twilight Zone mit Where is Everybody? doch noch auf Sendung gehen durfte, ein Umstand den er nicht zuletzt auch der Qualität seines Drehbuchs zu The Time Element zu verdanken hatte, in welchem es ein Psychiater (Martin Balsam) mit einem scheinbar in der Zeit gefangenen Patienten (William Bendix) zu tun bekommt.
Neben dem Script zu The Time Element hatte Serling noch eine weitere seiner eigenen Storys als möglichen Serienauftakt vorgesehen. Diese hatte den Titel The Happy Place und sollte eine Dystopie im Mittelpunkt haben, in der jede Person in einem Alter von über 60 Jahren im allgemeinen Interesse der Gesellschaft getötet wird. Diese interessante Idee wurde vom Sender jedoch als zu düster abgetan, was man vielleicht später mit Blick auf den Erfolg des ähnlich gelagerten Logan's Run (USA 1976 R.: Michael Anderson dt.: Flucht ins 23. Jahrhundert) als großen Fehler ansehen durfte.
Stattdessen entschied man sich also am 2. Oktober 1959 Where is Everybody? über die Mattscheiben flimmern zu lassen, ein Pilotfilm, dessen finale Auflösung meines Erachtens stärker ist, als die simple und etwas langatmig erzählte Handlung zu Beginn des Films. In dieser läuft der in Deutschland nicht allzu bekannte Earl Holliman durch eine verlassene US-Kleinstadt, während er zunehmend mit Paranoia und Einsamkeit zu kämpfen hat. Holliman (*1928), der in seiner langen Karriere hauptsächlich in Nebenrolle glänzen durfte, gelingt das Kunststück, durch sein Spiel allein das Publikum bei der Stange zu halten, bis der obligatorische (und heute vielleicht technisch obsolete) Plottwist die Zuschauer zum Schluss immer noch zu überraschen weiß. Hier kommt bereits Serlings Hang zum Sentimentalen zu Vorschein, eine Tendenz, welche sich noch wesentlich stärker in Folgen wie Walking Distance (Staffel 1, Episode 5 dt.: Vielleicht in einer Sommernacht) zeigen sollte.
Diese erste Folge der Twilight Zone wurde im deutschen Fernsehen erstmals am 25. Oktober 1961 unter dem Titel Unglaubliche Geschichten in der ARD ausgestrahlt. Es blieb die einzige Episode, die auf diesem Sender gezeigt werden sollte. Erst sechs Jahre später sollten neue Folgen im ZDF laufen. Doch dazu bald mehr...



Episodenbewertung: ***/5

Samstag, 19. Juli 2014

The Twilight Blog #0 - Die bloßen Fakten...

The Twilight Zone (Unwahrscheinliche Geschichten / Unglaubliche Geschichten / Geschichten, die nicht zu erklären sind)
USA 1959 bis 1964 (Sechs Staffeln, insg. 156 Episoden)
erdacht und produziert von Rod Serling
diverse Regisseure


Die vom sechsmaligen Emmypreisträger Rod Serling (*1924; †1975) erschaffene Serie The Twilight Zone stellt für mich ein zeitlos schönes Stück US-Fernsehen da, welches vollkommen zu Recht über die Jahrzehnte zu einem internationalen Kultphänomen wurde.
Dies liegt zum einen an den überaus liebevollen Inszenierungen der einzelnen Episoden, zum anderen an den wirklich gelungenen Drehbüchern (über die Hälfte davon stammten von Serling selbst), welche teilweise bereits wahre Klassiker ihres Genres darstellen und von Größen wie u. a. Ray Bradbury oder Richard Matheson verfasst wurden. Die Themen reichen dabei mitunter vom düsteren Mysterythriller bis zur leichtfüßigen Science-Fiction, vom psychologisch abgründigen, urbanen Horror hin zur Dystopie in postapokalyptischer Einöde. Ist der Ton mancher Folgen sentimental bis melancholisch, so enden andere Episoden manchmal mit satirisch, ironischen Pointen, teilweise sogar mit stark makabren Untertönen.
Daneben gibt es innerhalb fast jeder Episode ein oder zwei bekannte Gesichter aus Hollywood wiederzuerkennen, was Filmfans ein ständiges "Ach, sieh mal..." entringen dürfte. Namedropping gefällig? Freuen Sie sich auf James Coburn, Jack Klugman, Peter Falk, Buster Keaton, Charles Bronson, Dennis Hopper oder William Shatner, um nur einige sehr Wenige zu nennen.


Insgesamt brachte es die Serie im Zeitraum von 1959 bis 1964 auf 156 Folgen in fünf Staffeln. Die Laufzeit der einzelnen Episoden betrug netto (also ohne TV-Werbeblöcke) in der Regel ca. 24 Minuten, eine Ausnahme bildete hier die vierte Season, deren Folgen etwa doppelt so lang waren.
Nach dem (in seiner Gestaltung schon in den einzelnen Staffeln öfters wechselnden) Vorspann, führte Rod Serling mit einem kurzen Text in die jeweilige Episode ein und moderierte auf gleiche Art am Ende der Folge diese ebenfalls kurz ab. Diese Idee wurde ebenso zum Markenzeichen der Serie, wie die ab der zweiten Staffel erklingende, berühmte Titelmelodie der Serie, welche vom französischen Komponisten Marius Constant geschrieben wurde.
Serling und die von ihm geschaffene Serie wurde bereits in den frühen 60ern für zahlreiche Preise nominiert, wovon man auch eine ganze Reihe verliehen bekam, darunter einige Emmys (der bedeutendste Fernsehpreis der USA) und zwei Hugo Awards for Best Dramatic Presentation (einer der wichtigsten Preise für Science-Fiction und Fantasy in Kino und TV).
Welchen Einfluss The Twilight Zone bis heute auf Fernsehen und Popkultur hat, zeigt sich zum einen an Serien wie The Outer Limits (USA 1963-1965) oder Beyond Belief: Fact or Fiction (USA 1997-2002 dt.: X-Factor - Das Unfassbare), welche Inhalte und den Anthologiefilmcharakter des Vorbilds übernahmen, zum anderen an den zahlreichen Zitaten, Persiflagen und Hommagen, welche über die Zeit u. a. in populären TV-Serien wie The Simpsons (USA 1989-) oder auch in Literatur, Comics und Musik Einzug hielten.
 

Eine gute Idee ist meist nur schwer totzukriegen, und so stieg auch The Twilight Zone bislang ganze zwei weitere Male wie der Phönix aus der Asche auf: erstmals zehn Jahre nach Serlings Tod von 1985 bis 1989; dann erneut von 2002 bis 2003.
1983 entstand außerdem unter dem Titel Twilight Zone: The Movie (USA 1983 dt.: Unheimliche Schattenlichter) ein recht kontrovers aufgenommener Kinofilm, bei dem sich die Herren Dante, Miller, Spielberg und Landis gemeinsam als Regisseure betätigten und bei dessen Dreharbeiten es zu einem tragischen Unfall kam, der drei Menschenleben kostete.
1994 erschien mit Twilight Zone: Rod Serling's Lost Classics (USA 1994 R.: Robert Markowitz dt.: Schrecken aus dem Jenseits) zusätzlich ein Fernsehfilm, der zwei zuvor unverfilmte Ideen Serlings mit wenig Erfolg auf die Mattscheibe brachte.
In wieweit ich auf all diese Ableger der Originalserie im Verlauf dieses Blogspecials eingehe, kann ich zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht sagen - Fakt ist jedoch, dass es nun endlich nach und nach mit den Episoden der ersten Staffel losgeht.
Viel Spaß!
That's the signpost up ahead - your next stop, The Twilight Zone!