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Von Grindhouse bis Arthouse...
Besprechungen übersehener, unterbewerteter oder obskurer Werke der Filmgeschichte!

Samstag, 2. Juni 2012

Alains Dellen

Tödlicher Hass (Tony Arzenta)
I/F 1973
R.: Duccio Tessari



Worum geht's?: Tony Arzenta (Alain Delon) ist der Mann für's Grobe innerhalb einer international agierenden Verbrecherorganisation. Nachdem er am Geburtstag seines Sohnes einen weiteren Mordauftrag für seine Vorgesetzten (darunter u.a. Richard Conte) erfolgreich erledigt hat, beschließt der Gute jedoch die Flinte endgültig ins Korn zu werfen und den Dienst zu quittieren.
Doch für seine Arbeitgeber weiß Tony einfach zuviel und so legt man ihm kurzerhand eine Bombe in den Familienwagen. Als jedoch statt seiner Person Frau und Kind in der Karosse ein vorzeitiges Ende finden, hat sich das Kartell ausgerechnet ihren besten Killer zum Gegner gemacht.
Tony bekommt Hilfe von einigen wenigen, loyalen Freunden, die ihm noch Gefallen schulden und setzt sich auf die Spur der Gangsterbosse, die den Tod seiner Familie verschuldet haben.


Wie fand ich's?: Alain Delons vielleicht beste Rolle, war die des eiskalten Engels in Jean-Pierre Melvilles Meisterwerk Le Samourai (F 1967 dt.: Der Eiskalte Engel), eine Rolle, die ihn für die nächsten Jahre auf die Figur des schweigsamen Killers festlegen sollte und die Delon einige Male in seiner Karriere wiederholen mußte.
Auch Duccio Tessari, der eher für seine Gialli wie La Morte risali a ieri sera (I 1970 dt.: Das Grauen kam aus dem Nebel) und Una Farfalle con le ali insanguinate (I 1971 dt.: Das Messer/Blutspur im Park) bei Liebhabern des europäischen Genrefilms Ansehen genießt, kam für seinen Abstecher ins Eurocrime-/Actiongenre auf Delon zurück. Sicher alles andere als eine unglückliche Wahl, schwingt doch bei Delons Schauspiel auch immer ein gerüttelt Maß an Schwermut und Weltschmerz mit - mit dem Begriff der "Dackelaugen" hätte meine Oma das Verkaufsargument wohl recht treffend auf den Punkt gebracht.
Doch nicht nur Delon liefert hier gute Arbeit ab, auch der für's Genre zu dieser Zeit fast unvermeidbare Richard Conte in der Rolle des distinguierten Paten (dem Interessierten sei an dieser Stelle auch Sergio Martinos wunderbarer Milano Trema: la polizia vuole giustizia aka. The Violent Professionals [I 1973] ans Herz gelegt) sticht hervor und bei den Damen sei Carla Gravina als Sandra hier, noch vor zwei Genreikonen wie Rosalba Neri oder Erika Blanc in Nebenrollen, bevorzugt genannt.
Bei der Action gibt es ebenso wenig zu meckern; die Autostunts sind sehenswert und mit Elan inszeniert, die Drehorte gut gewählt und mit viel Gefühl für Ton und Atmosphäre photographiert worden.
Die Story mag bis auf wenige Punkte klischeehaft und vorhersehbar sein, doch machen obengenannte Pluspunkte die Mängel schnell wieder wett.


Fazit: Vergessenes Action-Highlight aus bella Italia mit Top-Besetzung und krassem Ende - aber echt, ey!

Punktewertung: 8,25 von 10 Punkten

No Way Out (1973) on IMDb

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